Blumen in Fellbach Im Herbst leuchten Geranien besonders
Die Fellbacherin Gudrun Riedele hat einen der Ehrenpreise des Blumenschmuckwettbewerbs bekommen. In ihrem Garten sind auch Pflanzen aus San Francisco.
Die Fellbacherin Gudrun Riedele hat einen der Ehrenpreise des Blumenschmuckwettbewerbs bekommen. In ihrem Garten sind auch Pflanzen aus San Francisco.
Fellbach - Das hier ist ein Augenschmaus und erfreut mich immer beim Vorbeigehen.“ Das lässt eine Passantin begeistert an diesem Oktobernachmittag Gudrun Riedele wissen. Die Frau ist offensichtlich angetan von der Blumenpracht, die das Fachwerkhaus in der Fellbacher Grabenstraße schmückt. Gudrun Riedele strahlt und winkt zurück. „Jetzt zum Fellbacher Herbst sind die Geranien am schönsten“, sagt sie.
Diese Szene am Rande ist ganz im Sinne des Blumenschmuckwettbewerbs der Stadt Fellbach, bei dem Gudrun Riedele mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde. Die Blumenpracht soll in den „öffentlichen Bereich“ ausstrahlen. Das heißt, einen Beitrag dazu leisten, die Stadt farbenfroher zu machen.
Gudrun Riedele steht für die vielen Teilnehmer, die mit Engagement und Herzblut ihren Balkon oder Garten pflegen. Sie ist eine der zwölf Ehrenpreisträger, die am Freitag, 8. Oktober, im festlichen Rahmen beim Blütenzauber im Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle geehrt werden.
Obwohl die Jury bereits im Sommer die Balkone und Gärten unter die Lupe genommen hat, zeigt sich jetzt noch ein Blütenmeer um das Fachwerkhaus – eine Engelstrompete mit ihren riesigen Glocken- Blüten paart sich zu dem rot-weißen Meer der Geranien. Im Garten hinterm Haus zeigt sich einmal mehr ihre Freude an Pflanzen. Da steht eine imposante Staude, fast zwei Meter hoch. Den Wasserdost hat das Ehepaar Riedele von einem Urlaub im Spreewald mitgebracht. Der Wurzelballen wurde im Eimer bis nach Fellbach transportiert.
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Auch die Rispenhortensie „Phantom“ ist ein Mitbringsel aus einem Urlaub, sie stammt aus dem nordhessischen Witzenhausen. Daneben stehen zwei Gewächse, die auch in der Wilhelma eine gute Figur machen würden, kleine Ableger stammen aus San Francisco. Die Pflanzen im Garten sind auch ein kleines Reisetagebuch. „Wir reisen gerne“, sagt Gudrun Riedele. Inspiriert von den USA hat Klaus Riedele die Stühle und eine mobile Bank für den Garten allesamt selbst gebaut. Wichtig sei ihr, dass der Garten eine Struktur habe und ein Gesamtbild ergebe, sagt die Ehrenpreisträgerin. Sie fühlen sich im Garten so wohl, dass es „ihr zweites Wohnzimmer im Sommer“ ist, erzählen sie. Ein markanter Ahorn ragt in dessen Mitte nach oben. „Der Baum ist besser als eine Markise“, sagen die beiden.
Und warum macht die Fellbacherin beim Blumenschmuckwettbewerb mit? „Mir gefällt es, wenn es immer wieder blüht. Und ich bin gerne in Bewegung“, sagt die sportlich-agile Frau, die sich wie ihr Mann regelmäßig aufs Rennrad setzt. Rund zwanzig Jahre ist sie beim Blumenschmuck schon dabei. Sie kennt die Regularien. Eine Jury begutachtet die Balkone und Gärten zweimal im Sommer. Eine wichtige Voraussetzung dabei ist, dass die Blütenpracht öffentlich einsehbar ist. „Sie sollte beim Vorbeigehen wahrgenommen werden können und nicht versteckt hinter Büschen“, erklärt Kerstin Pfund, die Hauptorganisatorin des Blumenschmuckwettbewerbs. Die Farbauswahl, die Pflege der Pflanzen, die farbliche Abstimmung spielen bei der Bewertung hinein, Kriterien, die letztlich das Gesamtbild bestimmen. In der Jury sind Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine von Fellbach, Schmiden und Oeffingen, der Fellbacher Landfrauen, Menschen, die Spaß am Gärtnern haben. „Eine bunte Mischung aus Fachleuten und Hobbygärtnern“, sagt Kerstin Pfund. Im vergangenen Jahr musste der „Blütenzauber“ aufgrund der Pandemie abgesagt werden. In diesem Jahr findet er corona-angepasst statt. So werden an dem Abend nur die Ehrenpreise verliehen, da lediglich eine begrenzte Teilnehmerzahl möglich ist. Die weiteren Preise werden am Samstag, 9. Oktober, von 9 bis 11 Uhr im Rathaus übergeben.