Obwohl die Umstände ihres laut Polizei gewaltsamen Todes noch nicht abschließend geklärt sind, nehmen Stuttgarter Abschied von zwei stadtbekannten Gastronomen – in sozialen Medien und vor dem Lokal.

Digital Unit : Sascha Maier (sma)

Die Stuttgarter Gastroszene war am Montag geschockt: Die Nachricht, dass zwei stadtbekannte Gastronomen tot in einem Kellerraum des Restaurants Valle beim Universitätsgelände aufgefunden wurden, hatte sich schnell verbreitet. Es handelt sich dabei um einen der Restaurantchefs und dessen Geschäftspartner, beide sollen durch Schnittverletzungen gestorben sind.

Während die Hintergründe der Tat Gegenstand aktueller Ermittlungen sind, betrauern viele Stuttgarter den Vorfall, bei dem es sich nach Andeutungen der Polizei um einen völlig eskalierten, tödlichen Streit zwischen den beiden Männer gehandelt haben könnte. Sie legten Blumen vor dem Lokal ab und zündeten Kerzen an. So bot sich am Dienstagabend vor Ort ein Bild der Anteilnahme.

Auch in sozialen Medien große Anteilnahme

Dasselbe galt in den sozialen Medien, schließlich waren die Toten in der Stuttgarter Stadtgesellschaft keine Unbekannten. Der Stuttgarter Autor und Kommunikationsexperte Lukas-Pierre Bessis schrieb beispielsweise auf Facebook: „Ruhe in Frieden, Freunde.“ Der Stuttgarter Linken-Stadtrat Luigi Pantisano, der selbst italienische Wurzeln hat, äußerte sich so: „Ich kannte beide Männer schon seit vielen Jahren. Zu meinen Zeiten an der Uni war ich fast täglich dort essen.“ Der Vorfall mache ihn „sehr betroffen und traurig.“ Aus Kommentarspalten ließe sich in dieser Lesart beliebig weiterzitieren.

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Wilde Gerüchte, die unterdessen die Runde machen – etwa dass es sich um einen Mord durch eine rockerähnlichen Straßengang gehandelt habe – scheinen den vorläufigen Polizeiermittlungen zufolge eher ins Reich der Fabeln zu gehören. Die Ermittler gehen nämlich davon aus, dass außer den beiden Männern niemand anderes anwesend war, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Die Obduktion der Leichen ist am Mittwoch geplant. Eine Ermittlungsgruppe, wie bei Kapitalverbrechen mit flüchtigen Tatverdächtigen üblich, wurde bislang nicht gebildet.