Bluttat in Stuttgart Strobl: Mehr Polizeipräsenz auch in Wohngebieten

Von Wolf-Dieter Obst 

Nach der Bluttat im Fasanenhof meldet sich die Politik zu Wort. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl hält mehr Polizeipräsenz auch in Wohngebieten für notwendig.

Die Fasanenhofstraße: Hier wurde die grausame Bluttat verübt. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner
Die Fasanenhofstraße: Hier wurde die grausame Bluttat verübt. Foto: 7aktuell.de/Andreas Werner

Stuttgart - Nach der tödlichen Schwert-Attacke auf offener Straße im Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof „ist mehr Polizeipräsenz auch in Wohngebieten notwendig, um das subjektive Sicherheitsgefühl zu verbessern“. Dies erklärte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag. Zwar habe es sich wohl um eine Beziehungstat unter zwei Bekannten gehandelt – doch eine „derartige barbarische Tat sorgt für Verunsicherung“.

Strobl reagierte auch auf Informationen unserer Zeitung, wonach der mutmaßliche Täter seine Herkunft aus Syrien offenbar nur vorgetäuscht hat, um seine Asylchancen zu erhöhen. Der angeblich 28-Jährige, der 2015 als Flüchtling in Brandenburg einreiste, später nach Stuttgart kam und mit seinem späteren Opfer zusammen wohnte, ist offenbar ein jordanischer Palästinenser. „Unabhängig von der schrecklichen Tat müssen wir wissen, wer bei uns im Land ist“, sagte Strobl unserer Zeitung, „alles andere kann ein Sicherheitsrisiko sein.“

Der wahren Identität wurde nie nachgegangen

Obwohl der Tatverdächtige Issa M. mehrfach wegen kleinerer Delikte auffiel, ist seiner wahren Identität offenbar nie nachgegangen worden. Das Innenministerium verweist bei der nunmehr ausgelösten ausländerrechtlichen Klärung auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Für eine Erhöhung der Polizeipräsenz habe das Land „die größte Einstellungsoffensive der Geschichte bei der Landespolizei“ gestartet, so Strobl.

Bei der Bluttat am Mittwochabend hatte der angeblich 28-Jährige seinen 36-jährigen Mitbewohner auf offener Straße mit einem Schwert brutal getötet – unter anderem vor den Augen der elfjährigen Tochter des Opfers und mehrerer zufällig in der Nähe befindlichen Waldheimkinder. Der Tatverdächtige wurde nach einer Großfahndung festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Er hat ein Geständnis abgelegt.

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