BM-Wahlen im Kreis Esslingen Vier Rathauschefs – drei Vertrauensbeweise – und ein kleiner Dämpfer

Ralf Barth, Matthias Ruckh, Roman Weiß und Simon Blessing (von links oben im Uhrzeigersinn) können ihre Arbeit fortsetzen. Foto: Ines Rudel/privat

Die vier Bürgermeisterwahlen im Kreis Esslingen bringen die erwarteten Ergebnisse: Ralf Barth, Roman Weiß, Simon Blessing und Matthias Ruckh bleiben in ihren Ämtern.

Region: Andreas Pflüger (eas)

Eine Überraschung hat es nicht gegeben – und, man darf es wohl so sagen: Es hätte auch eine ganz schön dicke sein müssen. Vier Bürgermeisterwahlen haben am Sonntag im Kreis Esslingen, parallel zur Landtagswahl, stattgefunden, wobei alle vier bisherigen Rathauschefs in ihren Ämtern bestätigt worden sind.

 

Verwunderlich ist das schon deshalb nicht, weil drei von ihnen ohne Konkurrenz angetreten waren. Ralf Barth hatte in Denkendorf ebenso einen Sololauf zu absolvieren wie Roman Weiß in Erkenbrechtsweiler und Simon Blessing in Frickenhausen. In solchen Fällen gelten eine hohe Wahlbeteiligung sowie ein Ergebnis um die 90 Prozent als Vertrauensbeweis.

Dreimal jenseits der 90 Prozent

Gut, was die Wahlbeteiligung angeht, war der vergangene Sonntag kein wirklicher Maßstab, da die Landtagswahl eine erhebliche Sogwirkung ausgeübt hat. Gleichwohl durfte sich das Trio völlig zurecht über die jeweils erreichten Zahlen glücklich schätzen.

Für Weiß gab es in Erkenbrechtsweiler, bei einer Beteiligung von 71,2 Prozent der 1699 Wahlberechtigten, satte 1046 gültige Stimmen, was einer Quote von 90,9 Prozent entspricht. Für den alten wie neuen Schultes war dieses Ergebnis, wie er erklärte, „keine Selbstverständlichkeit“. Er seit damit jedenfalls „sehr zufrieden“.

Simon Blessing wählte zu seinem Abschneiden in Frickenhausen exakt die selben Worte und freute sich darüber sein Ziel von „90 plus“ erreicht zu haben. 3624 Stimmen der 6975 Wahlberechtigten und damit 93,7 Prozent holte der 48-Jährige bei einer Wahlbeteiligung von 61,4 Prozent.

Barth: Absolut überwältigender Zuspruch

Der alte und neue Denkendorfer Bürgermeister Ralf Barth bezeichnete sein Ergebnis als „absolut überwältigenden Zuspruch“. 98,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler hatten hinter seinem Namen ihr Kreuzchen gemacht, was bei 8073 Wahlberechtigten und einer Beteiligung von 64,4 Prozent 5034 Stimmen entspricht.

„Denkendorf und ich passen gut zusammen, was ich toll finde und damit offensichtlich nicht alleine bin“, sagte der 37 Jahre alte Schultes. Es gebe ein gemeinsames Werteverständnis, das einerseits sachorientiert, aber eben auch mit Fröhlichkeit und Herzlichkeit versehen sei. „Es geht bei allem um ,unser Denkendorf’, als Empfindung und Anspruch zugleich. Das bringt uns voran“, ist Barth überzeugt.

Ruckh muss erst mal durchschnaufen

Ganz anders waren die Voraussetzungen in Wolfschlugen: Dort hatte sich Matthias Ruckh vor seiner erneuten Wiederwahl mit einem Konkurrenten auseinanderzusetzen – und mit einem ernsthaften Bewerber obendrein. Lothar Hihn, langjähriger Gemeinderat der Unabhängigen Wählervereinigung, hatte ebenfalls kandidiert – und am Sonntag respektable 36,6 Prozent der Stimmen geholt. Für Ruckh votierten 2222 der 4998 Wahlberechtigten und damit 62,4 Prozent, was dann doch einem kleinen Dämpfer gleichkam. Die Wahlbeteiligung lag bei stattlichen 72,4 Prozent.

Der wiedergewählte Schultes zeigte sich über den Wahlausgang vor allem „erleichtert“. Für ihn sei die Kampagne seines Mitbewerbers eine neue Erfahrung gewesen, sodass er jetzt erst mal durchschnaufen müsse, ergänzte der 55-Jährige. Er betonte allerdings sogleich, dass es ein fairer Wahlkampf gewesen sei und dass er deshalb weiterhin motiviert an die Arbeit gehen werde. Zugleich wünscht sich Ruckh, „dass Kritik, wenn es denn welche gibt, in Zukunft etwas offener geäußert wird“.

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