Chipmangel bei Daimler, Porsche und Co. Was der Autokäufer jetzt wissen muss

Lange Lieferfristen und fehlende Extras: Damit müssen Neuwagenkunden jetzt rechnen. Foto: dpa/Robert Michael
Lange Lieferfristen und fehlende Extras: Damit müssen Neuwagenkunden jetzt rechnen. Foto: dpa/Robert Michael

Jede Marke verwaltet den Mangel anders: Bei Audi wurde das Auto nur mit einem Schlüssel ausgeliefert, bei Mercedes fehlt das Navi, bei Porsche die elektrische Lenksäulenverstellung.

Korrespondenten: Markus Grabitz (mgr)
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Stuttgart - Der Chipmangel trifft alle Autohersteller. Durchweg sind die Lieferzeiten bei allen Bestellungen, die ab dem Frühjahr hereingekommen sind, sehr ungewiss geworden. Immer wieder wird der voraussichtliche Liefertermin verschoben. Vielfach werden Fahrzeuge auch nicht mit allen Extras ausgeliefert. Wie von Händlern zu hören ist, haben die asiatischen Marken weniger Lieferschwierigkeiten als europäische Hersteller. Anbei liefern wir einen Überblick über die Lage.

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Mercedes Benz

Händler sprechen von Lieferzeiten bis zu einem Jahr, das G-Modell soll sogar erst mit Frist von zwei Jahren zu haben sein. Wie zu hören ist, liefert Daimler Pkw über die gesamte Produktpalette aus. Das heißt, es findet keine Priorisierung von teuren Fahrzeugen statt. Teilweise gehen „abgespeckte Modelle“ zu den Kunden.

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Das Navigationsgerät hat wegen des Chipmangels wiederholt gefehlt. Der Hersteller verspricht in diesen Fällen die Nachrüstung, sobald das Teil erhältlich ist. Daimler teilt mit: „In einigen Fällen ist eine Nachrüstung aus technischen Gründen nicht möglich. In diesen Fällen informieren wir die Kunden.“ Entscheiden sich Kunden für eine reduzierte Ausstattung, werde der Kaufpreis angepasst. Sollten Kunden der Änderung nicht zustimmen, werde nach einer anderen Lösung gesucht.

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Porsche

Händler sprechen von „etwas verlängerten Lieferzeiten“. Eine Konzernsprecherin räumt „geringe Auswirkungen auf die Produktion“ ein. Bei einigen Modellen könne derzeit wegen fehlender Bauteile keine elektrische Lenksäulenverstellung angeboten werden. Den Kunden wird übergangsweise eine mechanische Lösung nahegelegt und Nachrüstung angeboten, sobald dies technisch möglich sei.

Audi

Über einige Wochen wurden Fahrzeuge nur mit einem „Vollfunktionsschlüssel“ ausgeliefert, Standard sind zwei. Wenn wegen des Chipmangels die Lieferung besonders ungewiss wird, suchen Audi-Verkäufer das Gespräch und weisen auf Alternativen hin. Der Kaufvertrag werde dann entsprechend angepasst. Käufer seien aber nicht verpflichtet, die geringere Ausstattung zu akzeptieren.

BMW

Ein Konzernsprecher gibt nur wenige Hinweise: Sollte eine gewünschte Ausstattung nicht verfügbar sein, werde den Kunden eine Alternative angeboten. Wartezeiten seien vorgekommen. Es habe aber nur vereinzelt Produktionsengpässe gegeben. Immerhin konnte BMW als einziger Premiumhersteller den Absatz in Deutschland steigern, Mercedes und Audi mussten in den ersten drei Quartalen Einbrüche hinnehmen.

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