BMX-Rennen in Weinstadt Staub, Sprünge und jede Menge Fahrspaß

Die Freebikers trainieren in Großheppach und rüsten sich für ein BMX-Rennen am Wochenende: Am Sonntag gastiert die Rennserie Bawü-Cup bei ihnen.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)
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Weinstadt - Als die Ampel grünes Licht zeigt, fällt krachend das Startgatter. Sechs BMX-Fahrer treten in die Pedale, rasen die Startrampe herunter und auf die ersten Hügel zu. Manche fliegen regelrecht durch die Luft und ziehen eine Staubwolke hinter sich her. Sofort gehen die nächsten Fahrer in die Startpositionen.

Den Verein Freebikers Weinstadt gibt es seit dem Jahr 2006. Fast 50 junge Menschen trainieren gerade im Bikepark am Rand von Großheppach, in der Disziplin BMX-Race. Hier kommt es darauf an, die staubige Hügelstrecke so schnell wie möglich zu absolvieren. Außerdem gibt es die Disziplin Dirt, bei der eine Jury die möglichst spektakulären Sprünge bewertet, den „Pumptrack“, bei dem die Fahrer durch geschicktes Verlagern ihres Körpergewichts mit möglichst wenigen Tritten in die Pedale auskommen – und das Mountainbiken, das vor allem bei Vätern der jüngeren Biker beliebt ist.

Ein Einstieg ins BMX-Race-Fahren kostet mindestens 400 Euro

Seit Jahren nehmen die Freebikers an der BMX-Rennserie „Bawü-Cup“ teil, das Rennen macht am Sonntag in Weinstadt Station. Da am Samstag zudem der „Dirt Jam“ stattfindet, haben die Ehrenamtlichen noch alle Hände voll zu tun, die Strecke herzurichten. Die Stadt hat den BMX- und Mountainbike-Fahrern ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem sie trainieren können. Die Freebikers träumen davon, ihre Strecke dort zu erneuern – breiter, mit besserem Belag. Denn bei Regen verwandelt sich die Staubpiste in eine Schlammgrube – das Rennen am Wochenende müsste dann beispielsweise ausfallen.

Schon mit der jetzigen Strecke: Der Weinstädter BMX-Sport kommt gut an. Im Jahr 2016 wuchs die Mitgliederzahl um 40 Prozent auf fast 150. Die jüngsten von ihnen sind gerade einmal fünf Jahre alt – nach oben gibt es keine Grenze, die ältesten aktiven Mitglieder sind über 50. Für den Einstieg ist freilich eine Investition nötig: Auf der Strecke fahren natürlich keine normalen Wald- und Wiesen-Räder, sondern Spezialbikes. „Die gibt es aber auch gebraucht“, verrät Lars Lesak, Vizevorsitzender der Freebikers. Für den Einstieg müsse man mit etwa 400 Euro für ein gebrauchtes Rad, Helm und Protektoren rechnen.

Stürze gehören zum BMX-Sport einfach dazu

Der 16-jährige Claudio Weber ist über dieses Stadium freilich hinaus. Er fährt seit vier Jahren in der Disziplin BMX-Race mit. „Es ist ein tolles Gefühl, mit dem Fahrrad in der Luft alles machen zu können und bei den Rennen seine Position zu verteidigen“, schwärmt er. Offensichtlich macht er das ziemlich gut: Erst am vergangenen Wochenende hat er das Bawü-Cup-Rennen in Bühlertann gewonnen. Am Sonntag geht er natürlich auch in Weinstadt an den Start, um die Ehre der Freebikers zu verteidigen.

Für alle Fahrer ist eine gute Schutzausrüstung Pflicht: Helme, die Kopf und Gesicht schützen, Ellbogen- und Knieschoner oder Brustpanzer. Und selbst die sind noch kein Garant für Unversehrtheit: Am Rand des Trainings sitzt der 15-jährige Carl Groß, den Arm in einen Gips verpackt: Handgelenk gebrochen. Er ist beim Training gestürzt und wäre am Wochenende gerne dabeigewesen: „Hier auf der Strecke hätte ich einen Heimvorteil gehabt“, meint er etwas enttäuscht, während er zusieht, wie sich die anderen Fahrer über die staubige Strecke kämpfen. Aber Carl lässt sich nicht unterkriegen: „Solche Stürze passieren häufiger“, sagt er. Und der Bawü-Cup kommt am Wochenende bestimmt nicht zum letzten Mal an den Bikepark Weinstadt.




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