Boa-Party in der Alten Reithalle in Stuttgart 42 Jahre alt und kein bisschen leise

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Es ist die erste und gleich eine der besten Feten im Jahr: Die Karten für die legendäre Boa-Party in der Reithalle in Stuttgart waren wieder in kürzester Zeit ausverkauft. Der Klub feierte 42. Geburtstag. Wir haben die Bilder zur Feier.

Natürlich wurde bei der Boa-Party ausgiebig getanzt. Foto: Lichtgut/Martin Stollberg 13 Bilder
Natürlich wurde bei der Boa-Party ausgiebig getanzt. Foto: Lichtgut/Martin Stollberg

Stuttgart - Der nichts ahnende Übernachtungsgast im Maritim dürfte gelinde gesagt überrascht gewesen sein. Da parkt ein Bentley Continental GT im Foyer, neustes Modell, in edlem Schwarz und mit einem riesigen Aufkleber auf der Motorhaube: Eine blaue Schlange beißt in ein bröckelndes Logo – „boa“. Und da stehen schicke Männer und Frauen im gesetzten Alter brav am Einlass an, damit sie ein pinkfarbenes Bändchen ums Handgelenk geklebt bekommen.

Es ist ein Phänomen: Menschen, die jahrelang schon keinen Fuß mehr in eine Disco setzen, strömen Anfang Januar in die Alte Reithalle, um den Geburtstag der Stuttgarter Kult-Location Boa zu feiern – mittlerweile ist es der 42. (!). Auch die zwölfte Auflage der Boa-Party war wieder in kürzester Zeit ausverkauft. Wer eine Karte ergattert hatte, ließ sich am Samstagabend vom Schmuddelwetter nicht abhalten: Mit 800 Gästen war der historische Bau wieder so voll belegt, wie es der Brandschutz zulässt. Der Boa-Mitbegründer Werner „Sloggi“ Find drohte bei seiner Begrüßung wie jedes Jahr an, er werde bald in Rente gehen, „und ihr feiert weiter“. Aber es gibt Anlass zur Zuversicht, dass es mindestens bis zum 50. mit Find weitergehen wird. Wie sollte es auch ohne Sloggi gehen.

Partylöwen von heute und Stammgäste von einst vereint

Zunächst aber wurde der 42. gebührend begangen: Mit der riesigen Schlangen-Torte um Mitternacht und mit dem obligatorischen Strohhut-Regen von der Balustrade. Und natürlich mit jeder Menge guter alter Disco-Mucke. Während dabei der Hit „IOU“ der britischen Band Freeez aus dem Jahr 1983 voll auf der Boa-Linie von früher lag, hätten bei „T.N.T“ von AC/DC, erschienen 1975, die Popper damals vor Abscheu die Föhnwelle geschüttelt.

Neu war der Live-Act, wie er zurzeit in den Nikki-Beaches und anderen Strandclubs dieser Welt en vogue ist: Zwei Musiker, an Percussion und Saxofon, begleiten Popsongs mit ihren Instrumenten. Die Jungs aus Köln begeisterten die Masse. Auch wer nicht tanzte, hatte in der Alten Reithalle seinen Spaß. „Hier trifft man sie alle wieder, wenigstens einmal im Jahr“, lautete bei vielen Gästen das Motto der langen Nacht. Frühere Boa-DJs wie Uwe Sontheimer waren gekommen, Partylöwen von heute und Stammgäste von einst, darunter auch Big Tom Yardley, Stuttgarts letzter Stadtindianer.

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