Bob Dylan unter Plagiatsverdacht Nobelpreisträger für Literatur soll von Homepage abgeschrieben haben

Der US-Sänger Bob Dylan ist wegen seiner Nobel-Vorlesung unter Plagiatsverdacht geraten. Foto: Invision
Der US-Sänger Bob Dylan ist wegen seiner Nobel-Vorlesung unter Plagiatsverdacht geraten. Foto: Invision

Der US-Sänger Bob Dylan ist wegen seiner Nobel-Vorlesung unter Plagiatsverdacht geraten. Dylan soll von einer Website abgekupfert zu haben – und nicht gerade wenig.

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New York - Die Autorin Andrea Pitzer verdächtigt den Literaturnobelpreisträger Bob Dylan, in seiner Vorlesung zur Entgegennahme des Preises von einer Website abgekupfert zu haben, die Literaturklassiker für Schüler zusammenfasst und interpretiert. Mindestens 20 Passagen in Dylans Ausführungen über den Roman „Moby Dick“ von Herman Melville ähnelten Passagen auf der Website „SparkNotes“.

Dylan hatte seine Rede nicht in Stockholm gehalten, sondern sie erst kürzlich und damit acht Monate nach seiner Kür zum Nobelpreisträger der Schwedischen Akademie in schriftlicher Version und als Tonaufnahme zugeschickt. Die 76-jährige US-Rock- und Folklegende wahrte damit jedoch die Frist und sicherte sich so das Preisgeld. Seine Vorlesung dreht sich um das Verhältnis seiner Songtexte zur Literatur.

Lernhilfe für Schüler

Als literarischen Werke, die ihn inspirierten, nannte Dylan neben „Moby Dick“ auch Homers „Odyssee“ und das Kriegsdrama „Im Westen nichts Neues“ des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque. In ihrer von der US-Nachrichtenplattform „Slate“ veröffentlichten Analyse der Vorlesung ging Pitzer unter anderem auf eine Passage ein, in welcher der Rockpoet ein falsches Zitat aus „Moby Dick“ anführt. Demnach soll Melville in seinem Roman den Wal Moby als „Verkörperung des Bösen“ bezeichnet haben.

Pitzer verwies darauf, dass dieses Zitat keineswegs aus dem Roman stammt, die Formulierung aber von „SparkNotes“ benutzt worden sei. Diese Website ist als Lernhilfe für Schüler gedacht. Von Dylan oder seinem Management kam zunächst keine Stellungnahme zu dem Plagiatsverdacht. Die Vorsitzende der Nobel-Akademie, Sara Danius, hatte die Vorlesung des Musikers als „außerordentlich“ und „eloquent“ gerühmt.




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