Bodelschwingh-Schule Göppingen Nur dank Notlösungen haben alle Schüler Platz
Die Bodelschwingh-Schule ist in großer Not, da die Schülerzahl unaufhörlich weiter wächst. Der Landkreis versucht, mit Provisorien Abhilfe zu schaffen.
Die Bodelschwingh-Schule ist in großer Not, da die Schülerzahl unaufhörlich weiter wächst. Der Landkreis versucht, mit Provisorien Abhilfe zu schaffen.
Die Raumnot ist seit Jahren groß, die Schülerzahlen steigen mit jedem Schuljahr rasant. Doch ein Anbau oder gar ein Neubau der kreiseigenen Bodelschwingh-Schule in Göppingen ist in den kommenden Jahren nicht in Sicht. So gibt es diverse Notlösungen mit Containern und ausgelagerten Klassen, doch auch das ist nicht genug. Unlängst hat deshalb der Verwaltungsausschuss des Kreistags beschlossen, einen weiteren Containerstandort einzurichten. Mangels eigener Grundstücke wurde jetzt eine Fläche an der Wilhelm-Fein-Straße am westlichen Rand des Stauferparks gepachtet.
Ausgelegt ist das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) neben dem Landratsamt eigentlich für 120 Schüler, jetzt sind es bereits mehr als doppelt so viele, nämlich 265, berichtet die Schulleiterin Ulrike Löffler. Im neuen Schuljahr rechnet sie dann mit knapp 300 Schülerinnen und Schülern. So ist die Rektorin denn auch nicht unglücklich über die neuerliche Containerlösung: „Das ist auf jeden Fall besser als nichts, es entlastet uns erst einmal.“ Am neuen Standort werde es ab dem neuen Schuljahr Platz für zehn Klassen geben, „wir werden die kompletten ersten und zweiten Klassen dorthin auslagern“. Momentan stehen neben der Schule einige Container für sechs Klassen, zwei weitere Klassen sind in die Haierschule ausgelagert worden.
Der Verwaltungsausschuss hat nun beschlossen, das 16 500 Quadratmeter große Grundstück in der Nachbarschaft des Golfparks für 60 000 Euro pro Jahr von der Wohnbau Göppingen zu pachten. Der Vertrag ist zunächst auf fünf Jahre befristet, mit der Möglichkeit, ihn zweimal um jeweils drei Jahre zu verlängern. In einer früheren Beschlussvorlage hatte der Preis noch 90 000 Euro pro Jahr betragen; das Thema war dann aber kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden. Warum der Pachtzins jetzt um ein Drittel günstiger wurde, will Stefan Kraft, Leiter des Amts für Hochbau, Gebäudemanagement und Straßen beim Landratsamt, unter Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Beratungen nicht sagen.
Klar ist bereits, woher die Container für den neuen Standort kommen werden: Hierzu soll die bestehende Containeranlage am Beruflichen Schulzentrum Geislingen genutzt werden, hat die Verwaltung den Ausschussmitgliedern in der Beschlussvorlage mitgeteilt. „Die Containeranlage wird an die Bedürfnisse der Bodelschwingh-Schule angepasst und an einen neuen Standort in Göppingen versetzt“, heißt es dort. Die Versetzung und der Umbau der Containeranlage sind bereits vergeben worden, die Kosten dafür belaufen sich auf rund 656 000 Euro.
Bereits Ende 2023 hatte der Verwaltungsausschuss beschlossen, die bestehenden Container bei der Schule zu kaufen, statt weiterhin Miete zu bezahlen. Der Kaufpreis der Anlage lag bei knapp 266 000 Euro, die jährliche Miete betrug 125 000 Euro. So habe sich der Kauf bereits nach gut zwei Jahren gerechnet, zumal die Container später weiterverkauft werden könnten, hieß es damals zur Begründung. Diese Container verbleiben auch nach Errichtung der neuen Anlage im Stauferpark auf dem Parkplatz, sagt Kraft.
Vor eineinhalb Jahren war auch noch von einem Neubau die Rede: „Bis zur Schaffung des Neubaus, welcher nach aktueller Planung frühestens 2028 fertiggestellt werden kann, müssen die Provisorien bestehen bleiben und weiter genutzt werden“, hieß es in der Vorlage der Verwaltung. Bereits 2019 war eine Machbarkeitsstudie erstellt worden. Diese kam zu dem Ergebnis, „dass eine Schulerweiterung am Standort Göppingen unumgänglich ist“. Davon ist in der jüngsten Vorlage erst einmal keine Rede mehr. Derzeit wird die ebenfalls kreiseigene Bodelschwingh-Schule in Geislingen neu gebaut, Kostenpunkt: 30 Millionen Euro.
Auch die Rektorin Löffler weiß nicht, wie die Zukunft ihrer Schule aussieht, nur soviel: „Langfristig bekommen wir einen Erweiterungsbau. Ich weiß aber nicht, wie konkret die Planungen sind.“
Angebot
Die Bodelschwingh-Schule Göppingen ist eine Schule für Kinder und Jugendliche, die eine individuelle Entwicklungsförderung benötigen, schreibt die Schule auf ihrer Homepage. Seit zehn Jahren würden die Sonderschulen im Land zu Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) weiterentwickelt. Neben den eigenen Bildungsangeboten der Bodelschwingh-Schule werden verstärkt allgemeine Schulen bei der Umsetzung der Inklusion beraten sowie Eltern bei ihrer Entscheidung unterstützt. „Die Förderschwerpunkte unseres SBBZ sind geistige Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung und Lernen“, schreibt die Schule.
Größe
Der Unterricht findet in Klassen mit vier bis neun Schülern statt.