Im Kreis Esslingen werden in diesen Tagen 540 Hektar Waldfläche behandelt. Ein spezielles Gerät am Boden kommt dabei zum Einsatz. Was sich das Kreisforstamt von dieser Maßnahme verspricht.
Um die Fruchtbarkeit der Waldböden zu erhalten und die Waldbäume klimastabiler zu machen, werden im Landkreis Esslingen insgesamt 540 Hektar Waldfläche gekalkt: In den Kommunen Kirchheim, Wendlingen, Notzingen, Hochdorf, Wernau, Dettingen, Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt wird mithilfe eines speziellen Geräts Kalk vom Boden aus in die Wälder geblasen. Nach Mitteilung des Kreisforstamts wurde mit der Aktion, die von der Europäischen Union gefördert wird, in der vergangenen Woche begonnen.
pH-Wert wird deutlich verbessert
Die Industrialisierung, insbesondere im 20. Jahrhundert, hat den Zustand vieler Waldböden nachhaltig beeinflusst. Säureeinträge aus der Luft in den Boden haben dazu geführt, dass Nährstoffe ausgewaschen wurden, erläutert die Forstbehörde. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Trinkwasserfilter, Pflanzenstandort und Lebensraum beeinträchtigt. Mit der Aktion soll der Bodenzustand wieder deutlich verbessert werden. Die bundesweite Bodenzustandserhebung II hat nämlich gezeigt, dass eine gezielte Kalkung von Waldflächen die Situation hinsichtlich des pH-Werts, der Basensättigung und Kohlenstoffspeicherung deutlich verbessert. Auch die Vielfalt und Vorkommen von Bodenlebewesen verbessert sich dadurch nachweislich.
Gekalkt werden nur Flächen, die durch menschlichen Einfluss versauert sind, betont das Kreisforstamt. Planungsgrundlage der Bodenschutzkalkung sind Untersuchungsergebnisse der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg. Die Wissenschaftler haben nicht nur die Flächen bestimmt, die Kalk gut vertragen, sondern auch jene Bereiche, die empfindlich darauf reagieren. Dazu wurden im Vorfeld Bodenproben genommen und im Labor ausgewertet. Auch eine geeignete Materialmischung haben sie erstellt.