Böblingen: Der Umbau des Bahnhofes wird teurer Bahnhof wird nächstes Jahr fertig

Immerhin sind die Bauarbeiten an den Bahnsteigen abgeschlossen. Foto: factum/Bach
Immerhin sind die Bauarbeiten an den Bahnsteigen abgeschlossen. Foto: factum/Bach

Der Um- und Neubau des Bahnhofes verzögert sich um mindestens ein Dreivierteljahr. Zudem wird er um 2,5 Millionen Euro teurer und kostet nun rund 15 Millionen Euro.

Böblingen: Günter Scheinpflug (gig)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Böblingen - Zugreisende in Böblingen müssen länger als geplant mit einer Baustelle Vorlieb nehmen und Schmutz und Lärm ertragen. Wie die Bahn mitteilte, wird das neue Empfangsgebäude wohl frühestens im nächsten

Frühjahr eröffnet werden können. Ursprünglich sollte der Bahnhof bereits in diesem Sommer fertig sein. Die Verzögerung ist laut dem Projektleiter der Bahn, Manfred Zdzuj, nicht nur auf die schlechte Witterung, sondern vor auch auf die gestiegenen Materialpreise und die Genehmigungsdauer für die Bahnunterführung zurückzuführen.

Die Unterführung kostet jetzt neun Millionen Euro

Die Kosten für die Unterführung erhöhen sich laut der Bahn um 1,5 Millionen Euro auf neun Millionen Euro. Und auch die anderen Baumaßnahmen werden um eine weitere Million Euro teurer. Das gesamte Bauvorhaben kostet nach der derzeitigen Berechnung rund 15 Millionen Euro, neun Millionen Euro davon trägt der Zweckverband Flugfeld.

„Wir haben die gestiegenen Kosten für die Unterführung zunächst beim Zweckverband Flugfeld anmelden müssen. Dieser hat rund ein halbes Jahr später seine Genehmigung dafür erteilt“, erläutert Zdzuj den Verzug. Beim Zweckverband, der die neue Unterführung zwischen dem Flugfeld und der Böblinger Innenstadt bezahlt, habe der Kostenerhöhungsantrag erst durch die Gremien gehen müssen, so Zdzuj weiter. Peter Brenner, der Zweckverbandsgeschäftsführer, bittet um Verständnis: „Wir haben über die Kostensteigerung erst beraten müssen. Das ist der normale Weg und bedeutet keinen erheblichen Zeitverzug.“

Links und rechts der Passage errichtet die Bahn neue Gebäude, deren Bau wiederum an die Unterführung geknüpft ist, sodass die Bahn erst auf die Zustimmung des Zweckverbands habe warten müssen, so der Projektleiter. Die Teuerungsrate für den Durchgang von 1,5 Millionen Euro führt Zdzuj unter anderem auf die gestiegenen Stahlpreise zurück.

Anfang April wird ein Teil des alten Bahnhofs abgerissen, an dessen Stelle ein eingeschossiges Reisezentrum entsteht. In diesen Gebäudeteil soll die Bäckerei einziehen, die zurzeit wie das Servicezentrum der Bahn in einem Container auf dem Bahnhofsplatz untergebracht ist. In den zweiten Anbau – rechts der Unterführung von der Bahnhofstraße aus gesehen – sollen ein Kiosk und ein weiterer Laden einziehen. Die Treppe der Passage erhält ein Glasdach. Ebenfalls überdacht wird eine Park & Ride-Fläche mit rund 150 Stellplätzen, die sich an den zweiten Anbau anschließen soll.

„Wenn das alles im nächsten Frühjahr fertig ist, können wir uns glücklich schätzen“, sagt der Projektleiter Zdzuj. Sicherer sei es wohl, davon zu sprechen, dass alles im ersten Halbjahr 2014 seiner Bestimmung übergeben werden könne.

Immerhin: mit den nun funktionsfähigen Aufzügen an den Gleisen eins, zwei und drei sowie den neuen Rampen für Rollstuhlfahrer ist der Bahnhof endlich für Behinderte überall zugänglich. Die Arbeiten an den Gleisen und den neuen, teilweise erhöhten Bahnsteigen sind abgeschlossen.

Allerdings muss die Stadt Böblingen nun länger warten, bis der Bahnhofsvorplatz vor dem Einkaufszentrum Mercaden gestaltet werden kann, das zurzeit gebaut wird. Im Sommer nächsten Jahres sollen spätestens die Arbeiten beginnen, damit die Fußgänger vom Bahnhof aus rechtzeitig zur Eröffnung in die neue Shopping-Mall strömen können. Die Bahn ist auch für diese Baumaßnahme verantwortlich. Bei der Stadt herrscht Zuversicht, dass der Zeitplan eingehalten wird.

Jenseits der Bahnunterführung plant der Zweckverband Flugfeld ebenfalls einen neuen Platz mit einer Bushaltestelle, Taxiständen und Parkplätzen. Der Baubeginn soll in diesem Herbst sein. Die Kosten dafür beziffert Brenner auf 1,9 Millionen Euro.




Unsere Empfehlung für Sie