Böblingen kämpft gegen wilden Müll Gemeinsam für eine saubere Stadt
Böblingen OB Stefan Belz will mit der Kampagne „Böblingen BlitzBlank“ und der Teilnahme an der Frühjahrsputzete gegen wilden Müll vorgehen.
Böblingen OB Stefan Belz will mit der Kampagne „Böblingen BlitzBlank“ und der Teilnahme an der Frühjahrsputzete gegen wilden Müll vorgehen.
„Mir ist das Thema Sauberkeit für ein gutes Miteinander sehr wichtig“, unterstreicht Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne). Unter seiner Ägide und erstmals gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises will die Große Kreisstadt im Zeitraum von Mitte Februar bis Ende März der Problematik des wilden Mülls zu Leibe rücken. Diese fällt zusammen mit der landesweiten Frühjahrsputzaktion vom 8. bis 15. März, die der Höhepunkt der Aktion sein soll.
„Bereits acht Putzaktionen aus Böblingen wurden in der Aktionswoche angemeldet“, berichtet Heike Lück. Sie ist Projektleiterin von „Böblingen BlitzBlank“, einem Projekt, das bereits im Herbst 2019 vom Böblinger Stadtoberhaupt ins Leben gerufen worden war. Seitdem verzeichnet die Kampagne mit dem Ziel einer sauberen und damit lebenswerten Stadt ein beständiges Wachstum. Mehr als 150 ehrenamtliche Paten und Ansprechpartner - neben Privatpersonen auch Schulen, Kitas, Unternehmen und Vereine - nehmen dabei ihr eigenes Stadtviertel unter ihre Fittiche, damit es vor der eigenen Haustür sauber ist. Allein 2024 fanden auf diese Weise elf Putzaktionen statt. Unterstützt werden die Teilnehmer von der Stadtverwaltung, die unter anderem Sammelausrüstung von Eimern bis hin zu Handschuhen für Groß und Klein sowie Container für den gesammelten Müll bereitstellt.
Sie engagiert sich auch im nun anstehenden, länger gefassten Aktionszeitraum. „Stadtreinigung und „BlitzBlank“ arbeiten Hand-in-Hand“, erklärt Belz. Dazu kommt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises, der seine schon seit vergangenem Jahr bekannten Logos „Wilder Müll kann nix“, angepasst an Böblingen, zur Verfügung stellt. Um die ohnehin teilnehmenden „BlitzBlank“-Paten zu mobilisieren, aber vielleicht auch einige der Menschen zu erreichen, die Müll von der Zigarettenkippe bis hin zu alten Autoreifen und Kühlschränken achtlos in der Natur entsorgen, wurden Werbeflächen gebucht, sollen Banner an den Böblinger Stadteingängen aufgehängt und nach der Bundestagswahl Plakate auch in der Innenstadt geklebt werden. Mit dabei ist außerdem Social Media, wo bei Instagram und Facebook ein Werbeclip mit Kindergartenkindern zu sehen sein soll, der zeigt, dass Müll einsammeln auch Spaß machen kann.
Wie groß das Müllproblem in Böblingen und darüber hinaus ist, zeigen einige Zahlen. So fielen 2023 im gesamten Landkreis sage und schreibe 678 Tonnen wilder Müll auf Wertstoffhöfen und Häckselplätzen, in den Städten und Gemeinden, im Wald oder an Straßenrändern an. „Die Müllproblematik hat seit Corona stark zugenommen“, sagt Pablo Burkhardt, Leiter des zuständigen Tiefbau- und Grünflächenamtes der Stadt Böblingen. 450 öffentliche Mülleimer gibt es im Stadtgebiet Böblingens, 20 davon neu aufgestellt in den letzten fünf Jahren. 1,3 Millionen Euro betragen die Fixkosten für die Stadtreinigung. Dazu kommen seit 2023 unter anderem weitere 34 000 Euro jährlich für zusätzliche Reinigungen der Innenstadt, etwa am Samstagabend. Neu sind seit Herbst 2023 außerdem aktuell sieben über das Stadtgebiet verteilte Ständer für leere Pizzakartons. Eine ganz andere Idee, Müll zu reduzieren, hat nicht nur der Böblinger Oberbürgermeister. Ein bereits vor einiger Zeit eingebrachter Antrag mehrerer Gemeinderatsfraktionen sieht eine Verpackungssteuer analog des jetzt gerichtlich bestätigten Tübinger Modells vor. „Das ist ein gutes Instrument, um Einwegmüll zu reduzieren“, ist sich Stefan Belz sicher.