Eine sehr positive Bilanz zog die Evangelisch-methodistische Gemeinde am Sonntag, 26.5. bei der Finissage der Ausstellung „Heimat.los – Heimat.finden“ in der Christuskirche in Böblingen.
Viele Gäste kamen in den Genuss eines vielschichtigen Rückblicks auf die fünf Wochen, in denen neben den Bildern von Elena Schmidt aus Hildrizhausen auch eine ganze Reihe von begleitenden Veranstaltungen geboten war. Eine besondere Faszination übte dabei die Installation mit den Plüschtieren aus, die die Künstlerin direkt für den Raum erstellt hatte. 572 an Rettungsleinen von der Decke abgehängte Kuscheltiere standen für ebenso viele Kinder, die in einem Jahr im Mittelmeer ertrinken oder verschollen sind. Bei zwei Künstlerin-Gesprächen gab Elena Schmidt Einblicke in Ihre Technik und erzählte die Geschichten hinter den faszinierenden Bildern, die z.T. auch biographische Anklänge haben. Unvergessen das zu einem Bild gewordene Schicksal ihrer Großmutter, die einmal als mondäne Frau dargestellt wird und dann – nach der Flucht – als Frau im Badeanzug, fein aus Teebeuteln gearbeitet. Einen tiefen Eindruck hinterließen auch ihre Bilder, in denen die Hilflosigkeit meist in den Augen der Personen zu greifen sind. Eindruck hatte auch das Konzert mit dem „Trio rivkele“ hinterlassen in der besonderen Nebeneinander-Stellung von v.a. jiddischen Liedern und Texten zur Heimat, das die Zuhörer auf eine emotionale Reise mitnahm. Und ein Dank ging an das Bärenkino in Böblingen, dass sie die Vorführung des Filmes „Nachbarn“ möglich gemacht haben, der die Kino-Besucher tief bewegt zurückließ. Auch die beiden Vorträge von Herrn Bernadino di Croce und Frau Cristina Visier Würth stießen auf ein gutes Echo und brachten Leute in die Ausstellung und ins Nachdenken.
Eine Zusammenstellung von Bildern und Videos aus der gesamten Zeit und ein Dank an die Künstlerin rundeten die Ausstellung ab. Die Künstlerin ließ der Kirchengemeinde vier Packungen Tee zurück, damit er getrunken, die Beutel getrocknet und geöffnet werden, und so ein neues Kunstwerk entstehen kann. Pastorin Anne Oberkampf und einige Gemeindegliedern dankten der Künstlerin für die Chance auf die Ausstellung und für Ihre Zugewandtheit und Offenheit in den gemeinsamen fünf Wochen. Diese Ausstellung wird sicherlich nicht die letzte in den Räumen Friedrich-List-Str. 69 sein!
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