Schüler:innen aus Böblingen entwickeln Methode gegen Grünspan in Blasinstrumenten
Die IENA – Internationale Fachmesse für Ideen, Erfindungen und Neuheiten (1.–3. November 2025, Messe Nürnberg) war erneut ein Schaufenster für kreative Erfinder:innen aus aller Welt.
Am Stand des Artur Fischer Erfinderpreises Baden-Württemberg präsentierten sich 14 ausgewählte Projekte, die durch technische Raffinesse und gesellschaftlichen Nutzen überzeugten.
Besonderes Interesse weckte die Arbeit von Annabell Pscheidt und Francis Mursic von der Mildred-Scheel-Schule Böblingen. Sie entwickelten eine einfache, sichere und kostengünstige Methode, um Grünspan in Blechblasinstrumenten zu entfernen und seine Entstehung dauerhaft zu verhindern.
Nach der Bewertung durch eine internationale Jury wurde das Projekt am Montagabend im Rahmen der Preisverleihung mit der Gold – Medaille ausgezeichnet.
Wenn Chemie Musik schützt
In Blechblasinstrumenten wie Trompeten oder Posaunen entsteht mit der Zeit Grünspan (Kupfer(II)-acetat).
Dieser bildet sich, wenn Essigsäure aus der Atemluft mit dem Kupferanteil im Messing reagiert – und gilt als gesundheitsschädlich. Da die engen Innenräume nur schwer zu reinigen sind, ist eine professionelle Instrumentenpflege oft teuer und aufwendig.
Annabell und Francis suchten nach einer Lösung, die Musiker:innen selbst anwenden können – schnell, günstig und wirkungsvoll.
Die Innovation: Ultraschall und Schutzschicht
In ihren Versuchen testeten die beiden verschiedene Methoden und entwickelten schließlich ein Verfahren, das auf Ascorbinsäure (Vitamin C) in Kombination mit einem handelsüblichen Ultraschallgerät basiert.
Bereits kleine Geräte, wie sie etwa zur Brillenreinigung verwendet werden, entfernen Grünspan zuverlässig – und das innerhalb weniger Minuten. Die Reinigung kostet dabei nur einen Bruchteil einer professionellen Instrumentenpflege.
Um die Bildung von Grünspan künftig zu verhindern, testeten sie zusätzlich verschiedene Beschichtungen. Am wirksamsten erwies sich unter anderem eine mikrometerdünne APS-Schutzschicht, die das Metall dauerhaft isoliert und bereits in der Automobilindustrie erprobt ist.
Zitat der Erfinder:innen
„Unsere Idee verbindet Musik und Chemie – und zeigt, dass Wissenschaft direkt im Alltag helfen kann.“, sagen Annabell Pscheidt.
Wichtige Erfahrung auf der Messe
Die Teilnahme an der IENA war für die beiden Schüler:innen eine besondere Erfahrung.
Sie konnten ihre Entwicklung einem internationalen Publikum präsentieren und wertvolles Feedback von Fachleuten und Musiker:innen sammeln.
Nach zahlreichen Gesprächen und Vorführungen war die Freude am Stand des Artur Fischer Erfinderpreises Baden-Württemberg groß – über die Anerkennung, den Austausch und den Erfolg ihrer Idee.
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