Über 19 Jahre lang hat Michael Steindorfner als Präsident den DRK-Kreisverband Böblingen e. V. geführt. Bei der Kreisversammlung am 21. November 2025 in der Strudelbachhalle in Weissach hat er bei den turnusmäßig anstehenden Neuwahlen nicht mehr für das Amt kandidiert. Zu seinem Nachfolger wählten die Delegierten der 24 DRK-Ortsvereine im Landkreis den Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneten Hans Dieter Scheerer aus Weil der Stadt. Auch bei den Ehrenämtern Vizepräsident, Justitiar und Schatzmeister stellten sich die bisherigen Amtsträger nicht mehr der Wahl. Zur neuen Vizepräsidentin wurde die Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert aus Böblingen für die nächsten vier Jahre gewählt. Neuer Justitiar ist mit Dr. Tobias Brenner der Direktor des Amtsgerichts Böblingen. Das Amt des Schatzmeisters übt ab sofort der Steuerberater Gerd Sprecher aus Rutesheim aus. Er war vorher Stellvertreter in diesem Amt.

„In den 19 Jahren meiner Amtszeit als Präsident hat sich unglaublich viel ereignet und verändert“, stellte Michael Steindorfner in seiner letzten Eröffnungsrede bei einer Versammlung des DRK-Kreisverbands fest. So habe der Bundeswehr-Landeskommandeur Michael Giss vor ein paar Tagen gewarnt, dass sich das Land auf den Ernstfall vorbereiten müsse. Baden-Württemberg werde im Nato-Bündnisfall Drehscheibe für Truppentransporte nach Osten sein. Das Land müsse sich aber auch auf die Versorgung von Verletzten und Flüchtlingen einstellen. „Das wird auch das Rote Kreuz vor gewaltige Herausforderungen stellen.“

 

Der DRK-Kreisverband Böblingen e. V. sei auf Basis vorangegangener harter Arbeit, auch im Präsidium, heute einer der größten und stärksten DRK-Kreisverbände in Deutschland. „Größe bedeutet hierbei nichts anderes als unendlich viel an Hilfe und Unterstützung für die Menschen.“

Der Kreisverband sei auch im vergangenen Jahr wieder gewachsen. „Und wir wachsen noch weiter. Allerdings nicht maßlos, sondern langsam und geplant.“ So habe sich die Zahl der aktiven ehrenamtlichen Mitglieder in den Ortsvereinen vom Jahr 2023 zum Jahr 2024 von 1.850 auf 1.907 erhöht. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeitenden kletterte im selben Zeitraum von 1.051 auf 1.080. Fast die Hälfte davon sei in einem der elf Altenpflegeheime tätig.

Schatzmeister Nico Lauxmann sagte, das DRK sei da, wenn „staatliche Hilfen an ihre Grenzen stoßen“. Die Umsatzerlöse und die Bilanzsumme seien stabil, die Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, werde aber Unterstützung des Landes und der Bundespolitik benötigt.

Vor der Wahl des Präsidiums stellten sich Hans Dieter Scheerer, Jasmina Hostert, Dr. Tobias Brenner und Gerd Sprecher in Form von Interviews vor. Als Landtagsabgeordneter und Kreisrat könne er „Einfluss nehmen“, sagte Scheerer. Er trete in große Fußstapfen, traue sich das aber zu, „wenn Sie mich unterstützen“, wandte er sich an die DRK-Mitglieder. Relevant sei für ihn, dass das Ehrenamt gestärkt und weiter in der Politik gefördert wird. Wichtig sei ihm auch die Nachwuchsförderung. „Wir müssen die Menschen dafür begeistern, dass es Spaß macht, beim DRK mitzumachen.“ Zudem müsse den Menschen gezeigt werden, dass sie sich in einer unsicheren Welt auf das Rote Kreuz verlassen können.

Gewählt wurden ins Präsidium außerdem: Melanie Schuster, Marc Lerner und Sascha Gössel von der neuen Kreisbereitschaftsleitung, Stavros Kominis und Nicole Schmid von der Kreisjugendleitung, Bärbel Seemann und Stavros Kominis von der Kreissozialleitung sowie Dietmar Büchele, Hans-Peter Gerth und Edgar Ziegler als Vertreter der Ortsvereine.

Wiedergewählt wurde Dr. Kurt Weber zum Kreisverbandsarzt. Zu Beisitzern gewählt wurden Rainer Kegreiß und Carina Altstetter.

Der Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz hielt eine Laudatio auf Michael Steindorfner. Dieser wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

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