Böblingens neuer Stadtteil auf dem Rauhen Kapf Aus der Traum von Böblingen als Seilbahn-Stadt

Hier entsteht der Stadtteil (Archiv). Foto: IBM

Die Pläne für ein neues Quartier auf dem Rauhen Kapf schreiten voran. Voraussichtlich 2025 wird die Fläche frei. Fest steht jetzt aber, was es nicht geben wird.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Auf dem Gelände des IBM-Labors auf dem Rauhen Kapf in Böblingen soll ein neuer Stadtteil entstehen – möglichst ökologisch, klimaneutral und autoarm. Gut dazu gepasst hätte eine Seilbahn, die alle Steigungen überwindet und die Menschen bequem vom Zimmerschlag in Böblingen nach Schönaich chauffiert. Alle drei Architektenbüros, die 2022 im Finale des Architektenwettbewerbs gestanden hatten, hatten diese Art des Transports vorgeschlagen.

 

Aber: Den Traum von Böblingen als Seilbahnstadt hat die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses vorerst zerschlagen. Zu teuer, so lautet das Fazit. „Wir haben eine Untersuchung machen lassen, aber eine Seilbahn ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, erklärte Carmen Stark vom Amt für Stadtentwicklung.

Von diesem Wermutstropfen ließen sich die Räte ihre Laune aber nicht allzu lang verderben. Im Gegenteil: „Da bekommt man glatt Lust, innerhalb Böblingens noch mal umzuziehen“, bekannte Stadtrat Pascal Panse (CDU) nach dem Vortrag von Christiane Schäfer vom Büro „Baldauf Architekten und Stadtplaner“ aus Stuttgart. Schäfer hatte den Räten die inzwischen verfeinerte Planung für das neue Quartier präsentiert.

Wie es weitergeht

Der Grundgedanke bleibt gleich: ein durchgrüntes Quartier mit mehrgeschossigen Wohnhäusern, Nahversorgung, Schule und Kita. Mitten im Quartier ist ein sogenannter Quartierspark geplant, rundherum ein Ringpark, der quasi einen Übergang zum Wald bildet. Im Norden sind zwei Parkhäuser vorgesehen, weil sie von der Erschließungsstraße aus gut erreichbar sind und in der Nähe des Standorts für einen möglichen Nahversorger liegen. Ein Fußweg führt an den Sport- und Freizeitflächen des Sport und Freizeit Klubs vorbei zur Haltestelle der Schönbuchbahn. Eine Fußgänger- und Radbrücke soll das neue Quartier mit dem bestehenden Stadtviertel auf dem Rauhen Kapf verbinden. Nur eine Seilbahn gibt es nicht.

Wann die Pläne für das neue Quartier umgesetzt werden, ist noch unklar. Laut Sitzungsvorlage wird das IBM-Entwicklungslabor voraussichtlich im Jahr 2025 aufgegeben, dann wird die circa 13 Hektar große Fläche frei. Der nach Ehningen geplante Umzug des Labors hatte sich zuletzt verzögert. Wie geht es also weiter? Stimmt der Gemeinderat kurz vor Weihnachten dem im Technischen Ausschuss vorgestellten Entwurf für den Bebauungsplan zu, wird dieser zunächst öffentlich ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt.

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