Beim Richtfest vor einer Woche war davon noch keine Rede: Das Budget für das neue Schulzentrum Stockbrünnele steigt auf 75 Millionen Euro.
Der teuerste Hochbau Böblingens wird noch teuerer: Das Budget für das neue Schulzentrum Stockbrünnele steigt von 66,5 Millionen auf 75 Millionen Euro. Entsprechend groß war der Unmut der Stadträtinnen und Stadträte in der Technischen Ausschusssitzung, mit dem sie auf die Nachricht reagierten. Erst vor einer Woche war am Schulzentrum, das zum neuen Schuljahr fertig werden soll und als Vorbild in ökologischer und energetischer Bauweise gilt, Richtfest gefeiert worden. Da war allerdings noch keine Rede von der Kostensteigerung.
Timo Nußbaum, Leiter des Amts für Gebäudemanagement, dröselte die Gründe dafür auf. Bei der Vergabe an einen Generalunternehmer habe man sich 2022 – mit Zustimmung des Gemeinderats – angesichts von Corona, Ukraine-Krieg und Energiekrise für eine Preisgleitklausel entschieden. Bedeutet: Die Kosten passen sich einem Preisindex an, den das Statistische Landesamt festlegt. Steigt der Index, steigen die Preise, sinkt er, sinken sie.
Stadträte heben „zähneknirschend“ die Hand
Auf diese Klausel sind laut Nußbaum Steigerungen um etwa 4,5 Millionen Euro zurückzuführen. Die restlichen vier Millionen Euro setzten sich aus verschiedenen Zusätzen zusammen. Als Beispiele nannte Nußbaum ein System, das Lecks im Dach anzeigt und Funkverstärker in den Bereichen mit dicken Betonwänden – eine Notwendigkeit, auf die die Feuerwehr hingewiesen habe. „Die Summen sind sehr hoch“, räumte er ein. „Es handelt sich aber auch um das größte Projekt der Stadt, da liegt eine Steigerung um zwölf Prozent noch in der Range.“
Die Stadträte erinnerten daran, dass sie mit dem Grundsatzbeschluss einst bei rund 53 Millionen Euro gestartet waren. Sie erklärten aber „zähneknirschend“ die Hand zu heben, um das Projekt nicht zu gefährden. Mit einer Enthaltung (Günter von der Heyden, AfD) empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat der Erhöhung zuzustimmen.