Man will einen Sack mit Altkleidern in einen Container am Straßenrand stecken – und drumherum stapeln sich Müllberge. Aber eben auch darin. Ein immer größeres Ärgernis.

Die Container für Altkleider und Alttextilien im Kreis Böblingen vermüllen laut dem Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen (AWB) zunehmend – das bereitet den Zuständigen Sorgen, kostet Geld und Zeit. „Nur mit sauberen und gebrauchsfähigen Textilien, die in zugeknoteten Säcken eingeworfen werden, können wir unsere Sammlung auf den Markt bringen und eine funktionierende Textilkreislaufwirtschaft unterstützen. Der Aufwand des Aussortierens und der anschließenden Entsorgung der Reststoffe im Restmüllheizkraftwerk verursacht immense Kosten in unserem Betrieb und damit auch für jeden einzelnen Gebührenzahler“, erklärt AWB-Werkleiter Wolfgang Hörmann. Dieses Ziel werde immer häufiger untergraben: Immer häufiger landeten Restmüll und andere Fremdstoffe in den flächendeckend aufgestellten rund 350 Containern, die nichts mit tragfähiger, sauberer Kleidung zu tun haben.

 

Für den AWB bedeute dies: wachsender Sortieraufwand, höhere Kosten und der Verlust wertvoller Ressourcen. Denn Abfälle verunreinigen die anderen eigentlich noch verwertbaren Kleidungsstücke. Da die Recyclingkapazitäten in der Textilkreislaufwirtschaft ausgelastet sind, ist die Qualität der Altkleider umso entscheidender, um bei den Verwertungsfirmen abgesetzt werden zu können. Besonders auffällig sei der starke Anstieg von sogenannten Fehlwürfen: verschmutzte und kaputte Kleidungsstücke, aber auch Teppiche, Kissen und Decken aus Synthetik.

Nicht immer aber verhalten sich die Verbraucher absichtlich falsch: Seit dem 1. Januar besteht EU-weit die Pflicht zur getrennten Sammlung von Alttextilien. Dies habe deutschlandweit zu Verunsicherung bei den Privathaushalten geführt, was genau in die Kleidercontainer eingeworfen werden darf und was nicht, so der AWB. Dass neben unbrauchbaren Textilien auch Haushaltsartikel wie Tupperdosen, Töpfe, Teller und Tassen, Kinderspielzeug sowie Hygiene- und Babyartikel in den Alttextilien-Containern landen, geschehe allerdings wohl kaum „aus Versehen“. Selbst gefährliche Stoffe wie Lacke werden zunehmend in die Container geworfen – eine Gefahr für die Mitarbeiter des AWB und auch für die Allgemeinheit und damit eine strafbare Handlung.

Es gibt 31 Wertstoffhöfe im Kreis

Verunreinigen die verschmutzten Fehlwürfe die sauberen und tragfähigen Kleidungsstücke, müssen diese verbrannt werden, anstatt wiederverwendet oder recycelt zu werden. Der AWB-Werkleiter Wolfgang Hörmann fordert die Bürgerinnen und Bürger eindringlich auf, nur gebrauchsfähige und saubere Textilien in zugeknoteten Säcken in die Alttextilien-Container zu werfen und verschmutzte oder stark abgetragene Kleidung in der Restmülltonne zu entsorgen. „Wertstoffe wie Metalle oder Plastik können auf unseren 31 Wertstoffhöfen, Schadstoffe an unseren beiden Schadstoffannahmestellen auf den Wertstoffhöfen Böblingen-Hulb und Herrenberg-Kayh abgegeben werden“, erläutert Wolfgang Hörmann.