Böblinger Innenstadt Am Klett-Areal soll weiter gebaut werden

Im Oktober wurden die Kräne auf dem Klett-Areal abgebaut, im Juni sollen sie zurückkehren Foto: mis

Seit 2014 hat das Klett-Areal nun zum vierten Mal den Besitzer gewechselt. Jetzt ist eine Immobilienfirma aus Leipzig am Start und möchte die bereits ausgehobene Baugrube ab Juni mit Leben füllen

BÖBLINGEN - In die Baugrube auf dem ehemaligen Klett-Gelände an der Bahnhofstraße soll wieder Leben einkehren. Die Quarterback Immobilien AG aus Leipzig wird den Bau des City-Carré ab Juni 2021 fortführen. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres herrscht dort Stillstand, weil der seitherige Besitzer, die CG-Gruppe aus Berlin, verkauft wurde. Die neuen Inhaber stoppten das Bauvorhaben, bei dem gerade der Rohbau vorbereitet worden war.

 

Offensichtlich passte die Böblinger Immobilie nicht ins Konzept des neuen Eigentümers. Die Adler Group, einer der größten deutschen Wohnungsbaukonzerne mit Sitz in Berlin, trennte sich umgehend wieder von der Baugrube in der Böblinger Innenstadt. Seit November ist Quarterback Immobilien der neue Besitzer.

Wie das Unternehmen aus Leipzig am Dienstag mitteilte, wird es die ursprüngliche Planung übernehmen. Ab Juni sollen die Kräne wieder aufgebaut werden, um dort vier mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser mit Tiefgarage zu erstellen. Die Baugenehmigung dafür liegt bereits lange vor.

Wie berichtet, steht die Neubebauung des Klett-Areals, auf dem einmal Süddeutschlands erster Supermarkt stand, unter keinem guten Stern. Nachdem die Böblinger Kaufmannsfamilie Klett das Gelände an den Investor Gürkan Akpinar verkauft hatte, lag es lange brach. Der Plan Akpinars, in seiner Heimatstadt 60 Wohnungen zu bauen, wurde durch eine Insolvenz durchkreuzt. Nach der Veräußerung an ein hessisches Unternehmen im Jahr 2015 herrschte weiterhin Stillstand. Erst nach dem Verkauf an die CG-Gruppe 2018 nahmen neue Planungen Gestalt an, die mit dem Aushub der Baugrube 2020 Realität werden sollten.

Befürchtungen, dass aus dem Filetstück an der Bahnhofstraße ein städtebauliches Dauerproblem wird, treten die neuen Eigentümer entgegen: „Wir wollen mit dem Erwerb des Projektes nun sehr schnell an die Umsetzung gehen“, schreibt Tarik Wolf, Vorstand von Quarterback, in einer Presseinformation. „Wir sind gekommen, um zu bauen und stehen für die Umsetzung von Projekten“, betont er. Man sehe sich als Dienstleister und Partner der Stadt. Böblingen wie die gesamte Region Stuttgart benötige dringend Wohnraum, dazu wolle Quarterback einen Beitrag leisten.

Auf 16 900 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sollen entlang der Bahnhofstraße 107 Wohnungen sowie drei Büro- und vier Ladeneinheiten entstehen. Sie gruppieren sich in vier Baukörpern, die fünf und sechs Geschosse umfassen, um einen begrünten Innenhof.

Das Klett-Areal ist nicht die einzige Adresse, die Quarterback mittlerweile in Böblingen besitzt. Der Immobilienentwickler hat sich bereits im Jahr 2019 das benachbarte mehrstöckige Wohnhaus gesichert, in dem sich unter anderem die Bahnhof-Apotheke befindet.

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