Beinahe wäre es zu einem Baustopp auf dem Flugfeldklinikum in Böblingen gekommen, doch der konnte in letzter Minute abgewendet werden. Das teilte der Böblinger Landrat Roland Bernhard am Donnerstagabend in einer Pressekonferenz im Landratsamt mit.
Der Hintergrund: Der Bau des Flugfeldklinikums war im vergangenen Herbst ins Stocken geraten. Die Firma, die das technische Gebäudemanagement verantworte, war insolvent gegangen. Aufträge in Höhe von 200 Millionen Euro konnten in der Folge aufgrund von fehlenden technischen Planungen nicht umgesetzt werden. In seiner Sitzung am Donnerstag hat der Planungsausschuss beschlossen, die fehlende Gebäudetechnik vom renommierten Büro Drees und Sommer planen zu lassen.
Nach intensiven Gesprächen mit den beteiligten Baufirmen konnte das Landratsamt einen Baustopp verhindern. Es hätte „mindestens zwei bis drei Jahre“ gedauert, bis neue Firmen gefunden worden und eine neue Planung zur Ausführung gekommen wären, sagte der Landrat Roland Bernhard am Donnerstagabend.
Weitere Folgen konnten allerdings noch nicht abgeschätzt werden – es ist derzeit unklar, um wie viel sich das 750-Millionen-Euro teuere Projekt durch die Verzögerungen verteuert. Auch steht in den Sternen, um wie viele Monate sich das Projekt verzögert. Bernhard wollte sich nicht auf konkrete Zahlen und einen Zeitplan festlegen. Diese Zahlen „wird man erst im Juli nach einer Bestandsaufnahme haben“, so Bernhard – also erst im Hinblick auf den Haushalt.
Ursprünglich hätte das neue Krankenhaus Ende 2026 in Betrieb gehen und die beiden Kliniken in Böblingen und Sindelfingen ersetzen sollen. Aktuell plagt den Klinikverbund aufgrund dieser derzeit noch dezentralen Struktur derzeit ein jährliches Defizit von 38 Millionen Euro, dass den Kreishaushalt belastet.