Der Umzug in Böblingen begeisterte Tausende. Die Polizei hatte am Rande der Veranstaltung aber auch einige Arbeit.

Böblingen: Melissa Schaich (mel)

Der Rosenmontagsumzug in Böblingen verlief weitgehend friedlich. Im Anschluss an das närrische Treiben ist es im Nahbereich und erweiterten Umfeld der Veranstaltung allerdings zu mehreren Straftaten und Ordnungswidrigkeiten gekommen, wie die Polizei in ihrer Bilanz mitteilt. Rund 40 Polizistinnen und Polizisten waren im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten und Verstöße zu ahnden.

 

Während die Faschingsorganisatoren die Zuschauerzahl auf rund 20 000 schätzten, spricht die Polizei von rund 10 000 Besuchern. Die Beamten registrierten im Laufe des Tages diverse Delikte. Dazu zählten mehrere Sachbeschädigungen, Beleidigungen, aber auch gefährliche Körperverletzungen sowie etliche Ordnungswidrigkeiten.

40 Beamte vor Ort

Gegen 14.20 Uhr verletzte eine bislang unbekannte Person eine 17-jährige Besucherin mit einer Rauchfackel leicht. Die Ermittlungen zur Identifizierung des Tatverdächtigen, dem gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt wird, dauern an. Auch unternahm die Polizei verschiedene Gefährder-Ansprachen. In der Bahnhofstraße direkt gegenüber des Elbenplatzes hatte die Polizei um etwa 14 Uhr eine Gruppe Jugendliche zur Ordnung gerufen. Später, gegen 16.20 Uhr, wurden mehrere Polizeibeamte von vier Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren beleidigt. Gegen die Tatverdächtigen wurden entsprechende Strafanzeigen gefertigt.

Im Rahmen von gezielten Kontrollen legte die Polizei ihren Fokus zudem auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Waffengesetz und das Jugendschutzgesetz. Dabei stießen die Einsatzkräfte unter anderem auf einen 16-Jährigen, der einen Schlagring mit sich führte, sowie auf einen 18-Jährigen, bei dem ein Einhandmesser gefunden wurde. Beides wurde sichergestellt. Des Weiteren wurde ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 16 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt.

Mercaden ganztags geöffnet

Die Mercaden hatten dieses Jahr seit Langem wieder auch nachmittags geöffnet. In den vergangenen Jahren hatte das Einkaufszentrum seine Türen um 14 Uhr geschlossen, wohl weil betrunkene Narren nach dem Umzug für Aufruhr sorgten. Dieses Jahr jedoch trotzten die Mercaden dem Trubel und hielten die Läden regulär bis 20 Uhr geöffnet. „Wir berücksichtigen bei unserer Entscheidung zu den Öffnungszeiten die Wünsche unserer Mieter und ihrer Kunden“, ließ das Einkaufszentrum auf Anfrage verlauten.