Böblinger Tafelladen feiert Jubiläum Tag der offenen Tür zum 20-Jährigen
Seit mittlerweile zwei Dekaden kümmert sich der Böblinger Tafelladen um Bedürftige. Am Samstag, 29. März, haben Interessierte die Chance, hinter die Kulissen zu schauen.
Seit mittlerweile zwei Dekaden kümmert sich der Böblinger Tafelladen um Bedürftige. Am Samstag, 29. März, haben Interessierte die Chance, hinter die Kulissen zu schauen.
Vormittags geht es bereits geschäftig zu im Tafelladen in Böblingen. Die Mitarbeitenden sortieren die Ware, die an diesem Morgen angekommen ist, in Körbe. Vor der Tür warten schon die ersten Kundinnen und Kunden – immer wieder klopft es an der Seitentür. Petra Ländner, die Leiterin des Tafelladens, öffnet die Tür jedes Mal schwungvoll und verteilt die Tickets, die die Kundschaft für den Einkauf bekommen. Der Böblinger Tafelladen ist eine feste Institution in der Stadt: Vor mittlerweile 20 Jahren wurde er gegründet – das wird am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.
Die Geschichte des Tafelladens
Vor 20 Jahren legten der Dekan Bernd Liebendörfer und der Pfarrer Martin Länder den Grundstein für den Böblinger Tafelladen. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde Böblingen. Bereits vor 20 Jahren beruhte das Konzept auf einer Kooperation mit dem Sindelfinger Martinslädle, die bis heute anhält. „Der Tafelladen hat im Januar 2005 im Marktgässle eröffnet“, erklärt die heutige Leiterin Petra Ländner. Im Jahr 2014 ist der Laden dann an den heutigen Standort in der Sindelfinger Straße umgezogen. Seit der Gründung ist der Tafelladen ohne Unterbrechung für Bedürftige da – bis auf wenige Wochen nach Ausbruch der Corona-Pandemie.
Discounter, Einzelhändler und Supermärkte versorgen sowohl das Martinslädle als auch den Böblinger Tafelladen mit Lebensmitteln. Menschen mit einem Böblinger Bonuspass dürfen in dem Geschäft ihre Einkäufe erledigen. Zwischen 100 und 120 Kunden kaufen jeden Tag im Tafelladen ein. Zweimal am Tag bekommen sie Lieferungen, die die ehrenamtlichen Mitarbeitenden dann verarbeiten. Obst, Gemüse, Backwaren, Hygienemittel: Der Grundbedarf kann in dem Laden ohne Probleme abgedeckt werden. Was vielen allerdings nicht klar ist: Auch der Tafelladen funktioniert wie ein ganz normaler Supermarkt, erklärt Petra Ländner, die vor fünf Jahren die Leitung übernommen hat. Zwar wird dort gespendete Ware verkauft, aber: „Auch als Tafelladen unterliegen wir dem Lebensmittelgesetz“, sagt die Leiterin. Das bedeute, dass die Ware mit Inhaltsstoffen deklariert sein muss und selbstgekochte Lebensmittel oder Gebäck nicht an Kunden weitergegeben werden können.
Wer arbeitet im Tafelladen?
Rund 70 Mitarbeitende helfen dabei, den Laden am Laufen zu halten: Jeden Tag sind zwischen zehn und zwölf Personen am Start. Obwohl sich dort viele ältere Menschen engagieren, stoßen mittlerweile auch immer mehr junge Leute zum Team: Schüler absolvieren Sozialpraktika im Tafelladen, auch ein FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr) werde bald die Reihen der Mitarbeitenden verstärken, erzählt Petra Ländner.
Einblick Am Samstag, 29. März, öffnet der Böblinger Tafelladen seine Türen von 15 bis 17 Uhr. Es wird eine kleine Ausstellung geben, außerdem bietet das Tafelladen-Team Rundgänge an, mit denen ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden kann.