Böblinger Weihnachtsmarkt Adventszauber schafft Platz für Ansturm

Im vergangenen Jahr freuten sich die Adventszauber-Macher über schneebedeckte Buden. Foto: Eibner/Sandy Dinkelacker

Im zweiten Jahr findet der Böblinger Adventszauber wieder auf dem Marktplatz statt. Nach dem erfolgreichen Comeback im vergangenen Jahr muss sich weisen, ob die Besucher den Umzug dauerhaft annehmen. Mehr Platz haben sie jetzt.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Wie viele Besucher im vergangenen Jahr auf den Böblinger Weihnachtsmarkt kamen, hat niemand gezählt. Sicher ist nur: Es waren zeitweise mehr, als die beiden Budengassen vertragen konnten. Vor allem am ersten Adventswochenende, als mit dem ersten Schnee des Jahres das Ambiente kaum hätte stimmungsvoller sein können, sah man auf dem Marktplatz vor lauter Menschen den Glühwein nicht mehr. Sprich: Der Umzug zurück auf den Marktplatz war ein voller Erfolg – wenn nur die drangvolle Enge nicht gewesen wäre. Doch die Veranstalter sind nun vorbereitet.

 

Die wohl markanteste Neuerung betrifft den Aufbau der Buden: In der Platzmitte stehen nun nicht mehr jeweils sechs Stände Rücken an Rücken, sondern nur noch eine Reihe mit sechs Ständen und jeweils drei davon in entgegen gesetzter Richtung. „So haben wir den Aufbau deutlich entzerrt und es ist jetzt mehr Platz für die Besucher“, sagt Martina Kaiser von der K2 Konzept- und Eventagentur. Sie stellt den Budenzauber zum neunten Mal auf die Beine. „Da es diesmal über 30 Beschicker sind und wir die Buden anders stellen, bespielen wir auch die Gasse vor dem Christophorus-Brunnen“, sagt sie. Der Markt wächst also wieder.

Von 2003 bis 2022 fand der Weihnachtsmarkt auf dem Elbenplatz am Unteren See statt, zuvor traditionell auf dem Marktplatz. Damals hatten die Beschicker auf den Umzug gedrängt – so kam vor allem mittags mehr Laufpublikum. In der Hochzeit waren es am Unteren See 47 Stände. Davon ist man in diesem Jahr zwar noch entfernt, doch die wachsende Zahl an Beschickern zeigt, dass die Rückkehr auf den Marktplatz neue Impulse gesetzt hat. Dazu trägt auch das Märchenmotto bei, das der Böblinger Stadtrat Manuel Böhler vom gleichnamigen Hotel einst auf den Weg gebracht hat.

In die Welt von Frau Holle und dem Froschkönig entführen die Macher das Publikum auch in diesem Jahr, ist das Motto doch an die fünfjährige Vergabe der Marktorganisation geknüpft. Martina Kaiser hat sich mit ihrem Team weitere Stationen einfallen lassen: Unter den Arkaden des Alten Rathauses regnet es nun goldene Sterntaler und vor dem Neuen Rathaus hat Rapunzel einen eigenen Turm bekommen. Der meterlange Zopf hängt also nicht mehr aus dem Büro des Oberbürgermeisters herab.

Schneeglück im vergangenen Jahr Foto: Archiv/Sandy Dinkelacker

Neu ist die Beteiligung der städtischen Museen: Im Bauernkriegsmuseum warten Schneeweißchen und Rosenrot an einer Station. Das Fleischermuseum öffnet ebenfalls seine Türen und bespielt das Motto. „Wer sich die Märchengeschichten lieber anhört als sie zu lesen, für den haben wir jetzt Soundstationen eingerichtet“, sagt Kaiser. Ausschnitte der Märchen gibt es zum Anhören. Unter den 35 Ständen finden sich altbewährte wie der Süßwarenstand der Familie Hänle, der seit Anbeginn dazu gehört. Die Betreiber seien gerne aufgesprungen in diesem Jahr, nachdem sie in 2023 wegen des Umzugs eher skeptisch waren.

Neu ist in diesem Jahr ein Stand mit originalen Schaffellen oder einer mit Küchenutensilien aus Olivenholz. „Auf dem Adventszauber sind überwiegend gewerbliche Beschicker“, sagt Kaiser. Bei den Ehrenamtlichen gehört der Stand der Böblinger Kindergärten genauso fest zum Programm, wie das Backzelt oder der Nikolaus Wolfgang Kimmig-Liebe, der schon zum Inventar gehört. Kaiser: „Auf der Bühne haben wir ebenfalls ein buntes Programm vorbereitet mit der Tanzschule Bode, Kindergärten oder der Stadtkapelle.“

Marktplatz ist für Logistik Fluch und Segen

Fluch und Segen beim Umzug auf den Marktplatz ist die bauliche Situation: An- und Ablieferung und vor allem Aufbau sind deutlich komplizierter, da es viel enger zugeht. Das verlangt den Betreiber mehr logistisches Geschick ab. „Allerdings bietet die Bebauung natürlich einen viel besseren Schutz in puncto Sicherheit“, sagt die Organisatorin Kaiser. Denn beim Markt am Elbenplatz seien Betonpoller und weitere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Besucher notwendig gewesen. Das entfällt auf dem Marktplatz – zugunsten einer heimeligen Stimmung zwischen dem Fachwerk.

Zeiten und Eröffnung

Eröffnung
feiert der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr am Mittwoch, den 27. November um 17 Uhr mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Stefan Belz.

Zeiten
Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Samstag von 12 bis 22 Uhr und am Sonntag von 12 bis 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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