Böblingerin bei „Jugend forscht“ Schoko-Mousse führt 14-Jährige zum Landessieg

Mit ihrem Experiment überzeugte Olena Radiuk die Backexperten. Foto: privat

Olena Radiuk liebt es zu backen. Für den Landeswettbewerb „Jugend forscht junior“ hat die 14-Jährige viele Hülsenfrüchte gegessen.

Bohnensalat, gebackene Kichererbsen, Bohneneintopf – Olena Radiuk aus Dagersheim hat im vergangenen Jahr ziemlich viele Hülsenfrüchte gegessen. Auch in der Schule hat sie immer einen Vorrat an Bohnen gelagert. Doch Hülsenfrüchte sind nicht etwa die Leibspeise der Schülerin, die die achte Klasse des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) besucht. Und die Bohnen waren sowieso nur das Nebenprodukt. Ihr Hauptaugenmerk lag auf dem Bohnenwasser.

 

Für den Landeswettbewerb „Jugend forscht junior“ hat sich die 14-Jährige nämlich mit dem sogenannten Aquafaba (von Lateinisch aqua „Wasser“ und faba „Bohne“), dem Bohnenwasser, beschäftigt. Denn das Wasser, in dem Hülsenfrüchte eingelegt sind, ist wertvoll in der Küche und gehört nicht in den Abfluss. Schlägt man es kräftig mit einem Mixer, so entsteht daraus ein Schaum, der dem Eischnee sehr ähnlich ist.

„Da ich sehr gerne backe, weiß ich, wie wichtig Eiweiß bei der Herstellung von Süßspeisen ist“, erzählt die 14-Jährige. Allerdings müsse das Ei zum Aufschlagen getrennt werden und oft wisse man dann nicht, wohin mit dem Eigelb. Zudem bestehe bei manchen Desserts wie beispielsweise Mousse au Chocolat Salmonellengefahr.

Nachhaltiger Ei-Ersatz: Olena Radiuks Aquafaba-Experiment

Aus diesem Grund hat sich die 14-Jährige die leichter zu lagernde und nachhaltigere Version des Ei-Ersatzes genauer angesehen. Denn sie wollte herausfinden, ob der Eischnee-Ersatz nur mit Kichererbsenwasser oder auch mit dem Konservierungswasser anderer Hülsenfrüchten funktioniert. Dabei analysierte Olena Radiuk das Konservierungswasser und die Schaumstabilität von Kidneybohnen, Linsen, weißen Bohnen und schwarzen Kichererbsen.

Rund ein Jahr experimentierte sie im Rahmen der Forschungs-AG ihrer Schule an ihrem Projekt und machte zuhause verschiedene Backversuche. Im April präsentierte sie der Jury von „Jugend forscht junior“ 20 Minuten ihre Ergebnisse und bereitete live ihr veganes, garantiert salmonellefreies Mousse au Chocolat zu. „Die Juroren wollten noch mal einen Nachschlag, so gut hat es ihnen geschmeckt“, erzählt die Böblingerin. „Man schmeckt das Bohnenwasser nicht heraus“, fügt sie hinzu. Am besten funktioniert der pflanzliche Eischnee mit Kichererbsen und mit schwarzen Kichererbsen.

Böblinger Chemie-Talent: Olena Radiuk forscht weiter am Eischnee

Die 14-jährige Böblingerin konnte die Jury überzeugen und sicherte sich im Fachgebiet Chemie den ersten Platz. Doch ans Aufhören denkt die Jugendliche noch lange nicht. Olena Radiuk interessiert sich sehr für Naturwissenschaften und ist schon seit Längerem in der Forschungs-AG des AEG aktiv. Chemie hat sie zwar erst seit der 8. Klasse. „Es ist mein absolutes Lieblingsfach“, schwärmt die 14-Jährige. Sie werde noch weitertüfteln am Eischnee, erklärt sie.

Sie will zum Beispiel herausfinden, wie sich die Schaumstabilität verhält, wenn das Bohnenwasser gesalzen ist. Unterstützt wird die Schülerin neben ihrer Chemie-Lehrerin und ihres AG-Lehrers auch von der Universität Hohenheim. Dort darf sie für ihre Forschungszwecke in Gerät nutzen, dass mit einem Laser misst, wie sich der Schaum und die Flüssigkeit verändern. „Es macht mir einfach super viel Spaß und ich möchte damit nicht mehr aufhören“, sagt die 14-Jährige.

Weitere Gewinner vom AEG

Wettbewerb
Zum 15. Mal richtete die Stadt Balingen im April in den Landeswettbewerb Jugend forscht junior Baden-Württemberg aus. Über die 11 Regionalwettbewerbe Baden-Württembergs qualifizierten sich aus 794 Projekten die 103 besten Talente mit ihren 55 Projekten zum Landesfinale.

Gewinner
Beim Landeswettbewerb von Jugend forscht in Heilbronn erhielten Jannes Durban (Klasse 10) und Robin Arnez (Jahrgangsstufe 2) einen Sonderpreis für ihr Projekt „Tatütata als Lichtsignal“. Sie hatten die Idee, mit einem Mikrofon das Sirenengeräusch zu erkennen und in ein Lichtsignal umzuwandeln.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu vegan Backen Böblingen Jugend forscht