Bombenanschlag in Bangkok Ein Tatverdächtiger hat sich gestellt

Menschen versammeln sich am Tatort, wo die tödliche Bombe in die Luft ging. Foto: AP
Menschen versammeln sich am Tatort, wo die tödliche Bombe in die Luft ging. Foto: AP

Ein Verdächtiger hat sich den Behörden in Bangkok gestellt. Außerdem fahndet die Polizei auch nach einer Frau, die den Attentäter begleitet haben soll. Sie ist auf Videoaufnahmen zu sehen.

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Bangkok - Nach den blutigen Anschlägen in Bangkok hat sich ein von der Polizei gesuchter Tatverdächtiger gestellt. Er hätte beteuert, Touristenführer zu sein, sagte ein Polizeisprecher. Er würde nun als „Zeuge“ vernommen. Unklar war zunächst, ob die Polizei ihn damit als Tatverdächtigen definitiv ausschließt.

Der Mann war auf dem Video einer Überwachungskamera am Tatort zu sehen. Es sah so aus, als schirmte er dort den Hauptverdächtigen ab, der an einer Sitzbank einen Rucksack deponierte. Die Polizei vermutet, dass darin die Bombe versteckt war. Der Mann mit dem Rucksack ist noch auf freiem Fuß.

„Wir fahnden weiter auch nach einer jungen Frau“, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri am Donnerstag. Sie könnte demnach mit dem Hauptverdächtigen, der einen Rucksack am Tatort deponiert hatte, unter einer Decke stecken. Die Ermittler gehen inzwischen von mindestens zehn Tätern aus, sehen aber keine Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen, wie der Polizeichef nach Konsultationen mit verbündeten Geheimdiensten mitteilte.

Frau in kurzem schwarzen Kleid auf Video

Bei dem Anschlag an einem von Gläubigen und Touristen frequentierten Schrein waren am Montag 20 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 120 verletzt worden, darunter zahlreiche Ausländer.

Die junge Frau in kurzem schwarzen Kleid ist auf demselben Video einer Überwachungskamera zu sehen, das schon andere Verdächtige ins Visier der Polizei gerückt hatte: So wie zwei Männer scheint auch sie den Hauptverdächtigen, der seinen Rucksack an einer Sitzbank abstellt, vor Blicken abschirmen zu wollen. Sie blickt sich nach ihm um, ehe beide kurz hintereinander getrennt davongehen.

Von dem Mann mit Rucksack fehlt trotz Fahndungsfotos jede Spur. Er sei womöglich schon außer Landes, sagte der Polizeisprecher. Ob die Fotos überprüft wurden, die an den Flughäfen von allen Abreisenden gemacht werden, wusste er nicht zu sagen. Das auf Grundlage der Videoaufnahmen am Computer hergestellte Fahndungsfoto des Mannes bildet dessen Gesichtszüge allerdings auch so grob ab, dass gleich mehrere Thailänder darauf Ähnlichkeiten mit Bekannten sahen.

Fahrer von Mopedtaxi als Zeuge

Der Mann mit dem Rucksack war mit einem dreirädrigen Mopedgefährt zum Tatort gefahren, wie ein neues Video zeigt. Ob dessen bei der Polizei vorstellig gewordener Fahrer wertvolle Hinweise geben konnte, blieb zunächst offen. Ein anderer Mopedtaxi-Fahrer, der den Mann vom Tatort fortgefahren hatte, sagte Reportern, der Verdächtige habe in einer fremden Sprache Handy-Gespräche geführt.

Einem Gerücht trat die Polizei entgegen: „Wir kommen zu dem Schluss, dass der Anschlag nicht auf Chinesen zielte“, sagte eine Polizeisprecherin, die die Ansage eigens auf Englisch vor Kameras verlas. Diese Theorie kursierte, weil Thailand im Juli mehr als 100 illegal eingereiste, in ihrem Heimatland China verfolgte muslimische Uiguren zurück in die Volksrepublik abgeschoben hatte.

Auch im Fall einer zweiten Bombe gingen die Ermittlungen weiter, versicherte der Polizeisprecher. Am Dienstag soll ein Unbekannter an einem bei Touristen populären Bootsanleger eine Rohrbombe eingesetzt haben, die aber ins Wasser fiel und dort detonierte, ohne dass jemand zu Schaden kam. Bombenexperten machten dort Tests mit kleinen Sprengsätzen, um etwa Erkenntnisse über den Wurfwinkel des Geschosses zu gewinnen.




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