Bombenattacken in Bangkok Haupttäter soll noch auf freiem Fuß sein

Dieser Mann soll für den Anschlag in Bangkok verantwortlich sein. Foto: dpa
Dieser Mann soll für den Anschlag in Bangkok verantwortlich sein. Foto: dpa

Mitte August erschütterte ein Bombenattentat mit 20 Toten Thailands Hauptstadt Bangkok. Ermittler meldeten einige Tage darauf erste Fahndungserfolge. Doch jetzt muss die Polizei zurückrudern.

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Bangkok - Zweieinhalb Wochen nach dem tödlichen Anschlag am Erawan-Schrein in Bangkok ist der Bombenleger offenbar doch noch auf freiem Fuß. Der zunächst als Hauptverdächtiger präsentierte Mann habe den Sprengsatz wohl doch nicht selbst gelegt, meldete die thailändische Polizei am Freitag. „Aber er ist definitiv in den Bombenanschlag verwickelt“, sagte Sprecher Prawut Thavornsiri.

Bei der Explosion an dem bei Touristen beliebten Schrein waren am 17. August 20 Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt worden. Die Behörden fanden anschließend nach eigenen Angaben in Wohnungen am Rande von Bangkok Material zum Bombenbau. Zwei Verdächtige wurden gefasst, darunter ein Ausländer an der Grenze zu Kambodscha. Er soll einen chinesischen Pass bei sich gehabt haben, der laut Polizei aber noch auf Echtheit geprüft wird. Sieben weitere Personen wurden zur Fahndung ausgeschrieben.

Festgenommener ist nicht der Mann vom Video

Der festgenommene Ausländer sei wohl nicht der Mann im gelben Hemd, der auf Überwachungsaufnahmen vom Tatort zu sehen sei, sagte Polizeisprecher Prawut. Erbgut des Festgenommenen stimme nicht mit DNS-Spuren auf Beweismaterial überein. Seine DNS sei aber in beiden durchsuchten Wohnungen nachgewiesen worden. „Er war an beiden Orten“, sagte der Polizeisprecher. Also gebe es eine Verbindung zu den Sprengstofflagern. Der zweite festgenommene Verdächtige soll ebenfalls nicht der eigentliche Bombenleger sein.

Die thailändischen Behörden sind mit offiziellen Informationen zu dem Fall sehr zurückhaltend. Doch ließen sie durchsickern, dass mindestens zwei der Verdächtigen möglicherweise türkische Staatsbürger sind. Deshalb wird spekuliert, dass der Anschlag ein Racheakt für die Abschiebung von mehr als 100 Uiguren aus Thailand nach China im Juli sein könnte.

Die Uiguren sind ein Turkvolk, viele von ihnen leben in der Türkei. Sie stellen auch eine Minderheit in China, wo sie Verfolgung beklagen. Der Erawan-Schrein war vor allem bei chinesischen Touristen beliebt. Thailands Regierungschef Prayuth Chan Ocha nährte die Spekulationen mit der Äußerung, hinter dem Anschlag könnten Menschenschmuggler stehen, die Uiguren aus China herausbringen.

Die Behörden sprechen bislang bewusst nicht von einem Terrorakt - wohl auch aus Furcht um die für das Land so wichtige Tourismusindustrie. Der in Windeseile restaurierte Erawan-Schrein wurde am Freitag bereits wieder für Touristen freigegeben. Zwölf beschädigte Stellen wurden repariert, wie Kulturminister Vira Rojpojchanarat sagte. „Das Wichtigste für das Image des Landes ist es, Vertrauen in seine Sicherheit wieder herzustellen“, sagte Vira.




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