Bonbon aus der Redaktion Humor: Hey Handschuhfach, folge dem Fahrer!
Weil Fahrräder keine Handschuhfächer haben, könnte man doch den Mercedes nutzen, meint unser Redakteur Ulrich Stolte.
Weil Fahrräder keine Handschuhfächer haben, könnte man doch den Mercedes nutzen, meint unser Redakteur Ulrich Stolte.
Kein Mensch denkt darüber nach, dass „Chauffeur“ im Deutschen eigentlich „Heizer“ heißt, nicht mal wenn dieser Chauffeur tatsächlich um die Ecken heizt, weil eben niemand mehr weiß, dass die Chauffeure ursprünglich die Kessel der Lokomotiven befeuerten. Was für ein Namensfossil!
Fast noch schöner ist dieses: Handschuhfach. Ein ähnliches Namensfossil wie die Hutablage im Auto, weil kein Autofahrer mehr einen Hut trägt oder ablegt und nur Chauffeure mit viel Traditionsbewusstsein einen Wackel-Dackel oder eine Klopapierrolle drauf stellen.
Ebenso verhält es sich mit dem Handschuhfach, in dem seit Menschengedenken, Kaugummi, Papier, vergilbte Autoatlanten, unverständliche Betriebsanleitungen längst vermoderter Skiträger und höchstens noch eine Sonnenbrille begraben liegt. In amerikanischen Handschuhfächern lagert manchmal zusätzlich eine Smith & Wesson für die Diskussion der Vorfahrtsregeln. Aber Handschuhe findet man da längst keine mehr.
Keine Handschuhfächer haben hingegen Fahrräder, und das, obwohl der Rad-Chauffeur besonders im Winter, wenn er ohne Heizung über den Radweg heizt, dringend eins brauchen könnte. Denn wohin mit den Dingern, wenn man das Rad abschließen muss, oder mal kurz einkaufen geht?
Nun gibt es in einem kleineren Vorort von Böblingen eine recht bekannte Automobilfirma, die das vorhandene Handschuhfach in ihren Autos mit dem abhandenen Handschuhfach im Rad locker koppeln könnte.
Denn diese Autos haben einen gut funktionierenden Selbstfahrmodus, und wenn man beispielsweise nach Hause will, dann sagt man dem Mercedes ganz einfach: „Hey Mercedes, bring mich nach Hause!“, worauf der Mercedes ohne menschliches Zutun den Heimweg antritt. Genauso könnte man dem Mercedes doch sagen, er soll einfach dem Fahrrad seines Besitzers folgen.
Und wenn der Wagen das tut, dann hat man auf Schritt und Tritt immer ein Handschuhfach dabei. So kann man sich ökologisch sinnvoll mit dem Fahrrad fortbewegen und hat trotzdem stets ein Handschuhfach zur Hand, wenn man nach einer kleinen Tour mit dem Radel mal absteigen will und seine Handschuhe sicher verstauen möchte.
Übrigens: Gerüchte, die behaupten, dass mancher Mann von seinem Mercedes nach der Aufforderung: „Mercedes, fahr nach Hause“, anschließend bis ins Bett verfolgt wurde, sind falsch.