Bonita Grupp verriet Wer bei Trigema das Sagen hat
Nach seinem Rückzug hatte Wolfgang Grupp die Geschicke von Trigema in die Hände seiner Kinder gelegt. Co-Chefin Bonita Grupp erklärte 2024, wer nun die Macht hat in der Firma.
Nach seinem Rückzug hatte Wolfgang Grupp die Geschicke von Trigema in die Hände seiner Kinder gelegt. Co-Chefin Bonita Grupp erklärte 2024, wer nun die Macht hat in der Firma.
Seit Anfang 2024 führen die Geschwister Bonita und Wolfgang Grupp junior das Textil-Imperium Trigema in Burladingen. Doch seit dem Rückzug von Patriarch Wolfgang Grupp - der nun im Juli 2024 per Helikopter ins Krankenhaus eingeliefert wurde - stellen sich immer wieder Fragen, wie dessen Nachfolger sich die Macht an der Spitze des Konzerns aufteilen. 2024 äußerte sich die Co-Chefin zur neuen Rollenverteilung beim Hersteller von Sport- und Freizeitkleidung.
Bonita und Wolfgang Grupp jun. traten bereits in den Jahren 2013 und 2014 in das schwäbische Familienunternehmen ein. Doch gleichberechtigt scheinen die Geschwister nicht zu sein. Wolfgang Grupp ist persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer. Er steht damit faktisch über Bonita Grupp, die nur Mitglied der Geschäftsführung ist. Wie teilen sich die Geschwister also die Macht in der Firma?
„Wir sind komplett gleichberechtigt. Dass mein Bruder persönlich haftet, ist der einzige Unterschied“, sagte die 35-jährige Bonita Grupp in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Rechtlich war nur eine Person notwendig, und dann hat er gesagt, er würde es machen“, fügte sie hinzu. Die neue Co-Chefin betonte: „Ich werde meinen Bruder nie im Stich lassen, sollte es zu einer entsprechenden Situation kommen.“
Patriarch Grupp senior wollte ursprünglich eine klarere Lösung. Demnach hätte nur ein Kind Anteile an der Firma bekommen, weil am Ende einer die Entscheidungen treffen müsse. „Aber mein Bruder und ich wollten das Unternehmen schon immer zu zweit übernehmen“, erläutert Co-Chefin Grupp. „Es hat sich dann in den vergangenen zwei Jahren herauskristallisiert, dass unser Wunsch auch möglich ist.“
Die Zusammenarbeit mit ihrem Bruder an der Trigema-Spitze gestalte sich indes problemlos. „Wir wissen, was der jeweils andere tut, wo die Interessen und Stärken liegen. Mit dieser Regelung müssen nicht nur Wolfgang und ich klarkommen, sondern auch unsere Eltern“, sagte die 35-Jährige. Doch wer hat am Ende das letzte Wort? „Wir entscheiden allein in unseren Bereichen. Und wenn es um große Investitionen oder um Weichenstellungen geht, dann entscheiden wir gemeinsam.“
Wolfgang Grupp, der das Unternehmen 55 Jahre lang geführt hat, machte sich einen Namen als einer der profiliertesten und schillerndsten deutschen Mittelständler. Oft kritisierte er den Größenwahn mancher Unternehmer und forderte die persönliche Haftung für alle Bosse. Der früher alleinige Inhaber der Textilfirma im Zollernalbkreis wurde durch kultige Fernsehspots bekannt. In diesen wirbt ein Schimpanse – zuletzt ein digitalisiertes Tier – für seine T- und Sweat-Shirts. Obwohl er die Zügel angeblich nicht mehr in der Hand hielt, war der Senior aber bis zuletzt immer noch an Bord.
Mit eiserner Hand führte Grupp Trigema aus den roten Zahlen und machte den Betrieb einst zu Deutschlands größtem T-Shirt- und Tennisbekleidungshersteller. „Er kommt noch jeden Tag ins Büro. Und er ist nach wie vor für die Produktionsplanung verantwortlich“, sagte Tochter Grupp im Jahr 2024 zur Rolle ihres Vaters. Er habe kein Tagesgeschäft mehr auf seinem Schreibtisch, nehme aber an den monatlichen Führungskräfterunden teil. Bei Entscheidungen halte er sich grundsätzlich zurück. „Er gibt nur Ratschläge, und das wissen wir sehr zu schätzen“, sagte Bonita Grupp.
Dieser Artikel wurde im Juli 2024 veröffentlich und am 7. Juli 2025 aktualisiert.