Boom-Gewerbegebiet in Zell im Kreis Göppingen Eine Erfolgsgeschichte am Fuße der Alb

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Der Gewerbepark Wängen in Zell im Kreis Göppingen boomt. Die ersten 12 Hektar sind nahezu vollständig vergeben. Eine Erweiterung auf 20 Hektar ist möglich. Die neueste Ansiedlung stammt aus Kirchheim. Das Unternehmen Ortlieb sah am Stammsitz keine Zukunft.

Das im Gewerbepark Wängen in Zell (Kreis Göppingen) geplante   Gebäude der Firma Ortlieb  soll an deren rotationssymmetrische Produkte erinnern. Die Kirchheimer Firma verlässt ihren Stammsitz zugunsten einer Ansiedlung  in dem  nahe der Autobahn 8 gelegenen Gewerbepark, der auch noch   Expansionsmöglichkeiten  für die Zukunft  bietet Foto: Architekturlabor, Stuttgart
Das im Gewerbepark Wängen in Zell (Kreis Göppingen) geplante Gebäude der Firma Ortlieb soll an deren rotationssymmetrische Produkte erinnern. Die Kirchheimer Firma verlässt ihren Stammsitz zugunsten einer Ansiedlung in dem nahe der Autobahn 8 gelegenen Gewerbepark, der auch noch Expansionsmöglichkeiten für die Zukunft bietet Foto: Architekturlabor, Stuttgart

Zell - Für einen Neubau statt der Sanierung des alten Standorts hat sich die Firma Ortlieb Präzisionssysteme aus Kirchheim (Kreis Esslingen) entschieden. Die Wahl ist auf den interkommunalen Gewerbepark Wängen in Zell am Aichelberg gefallen, da sich dem Unternehmen mit seinen derzeit 90 Beschäftigten dort neben optimalen Produktions- auch zukunftsträchtige Erweiterungsmöglichkeiten bieten, hieß es bei der festlichen Grundsteinlegung. Mit dieser derzeit größten Ansiedlung sind die Flächen des erfolgreich vermarkteten Gewerbeparks offenbar nahezu ausverkauft.

Im Zeller Gemeinderat war der Park zunächst umstritten

Langwierig und nervenzehrend seien die kontrovers geführten Debatten im Zeller Gemeinderat einst gewesen, erinnerte sich Werner Link an die Vorgeschichte des Gewerbeparks. Jetzt konnte der Zeller Bürgermeister, der gleichzeitig auch als Vorsitzender des Zweckverbands Gewerbepark Wängen fungiert, mit Dieter Simpfendörfer, dem Geschäftsführer der Ortlieb Präzisionssysteme und vielen anderen Vertretern des Kirchheimer Traditionsunternehmens auf die Neuansiedlung auf Zeller Markung anstoßen. Auch mit einer eigenen Zufahrt für Ortlieb von der Kreisstraße aus soll es endlich klappen, nachdem der Göppinger Landrat Edgar Wolff die beteiligten Behörden zum Spitzengespräch gebeten hatte.

Mancher Zeller Lokalpolitiker hatte sich offenbar mit der interkommunalen Ausrichtung des Parks schwer getan, der neben Betrieben aus Zell und denen der beiden Partnerkommunen Aichelberg und Hattenhofen auch Interessenten von Boll bis Weilheim offensteht.

Die 12 Hektar große Fläche könnte auf 20 Hektar wachsen

Inzwischen sind in dem 12 Hektar großen Park 13 Betriebe heimisch geworden. Eine Option auf insgesamt 20 Hektar werde vom Verband Region Stuttgart unterstützt, erklärte Link, der den Mix aus Dienstleistern, Handwerksbetrieben und produzierendem Mittelstand als gelungene Mischung bezeichnet. Angesichts stark schwankender Gewerbesteuereinnahmen in der Vergangenheit versteht Link den Park auch als Garant zur Finanzierung der kommunalen Infrastruktur.

Platz für eine neue Generation von Großmaschinen

Wo am Mittwoch eine Zeitkapsel mit den Plänen des neuen Firmensitzes, einer Mitarbeiterliste und anderen Erinnerungsstücken an den Tag der Grundsteinlegung im Fundament platziert wurde, soll in wenigen Monaten das neue Firmengebäude des weltweit agierenden Traditionsherstellers von Spannsystemen für Werkzeugmaschinen und elektromotorischen Antriebssystemen entstehen. In Zell könne das Unternehmen seine Nutzfläche verdoppeln, kündigte Simpfendörfer an. So biete beispielsweise die geplante neue Produktionshalle ausreichend Platz für zwei jeweils 80 Quadratmeter große neue Werkzeugmaschinen, deren bis zu 520 Werkzeuge und zwei Roboter immerhin elf bisher genutzte NC-Maschinen überflüssig machen würden.

Drei anstelle von nur zwei Schichten möglich

Während Ortlieb am Kirchheimer Standort, der in der Dettinger Straße liegt, größtenteils nur zwei Schichten pro Tag fahren konnte, verlange diese neue Maschinengeneration eine durchgehend dritte unbemannte Schicht, erklärte der Geschäftsführer. Auch dies habe nach vergeblicher Suche nach einem geeigneten Kirchheimer Grundstück die Entscheidung für Zell erleichtert, was Simpfendörfer auch als Bekenntnis zur Region verstanden wissen möchte. „Wir weichen nicht nach Osteuropa oder Südostasien aus“, sagte der promovierte Ingenieur, zumal die Belegschaft aus der nächsten Umgebung komme. Neue Maßstäbe soll das Bauprojekt auch in ökologischer Hinsicht setzen, da selbst erzeugter Strom und Wärme aus dem Produktionsprozess einen Großteil des Energiebedarfs decken werde, kündigten die Bauherren an.




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