Borat als Marketing-Botschafter Diesmal lacht auch Kasachstan laut mit
Das zentralasiatische Land nutzt den neuen Borat-Film jetzt für Werbezwecke, nachdem der erste Teil in Kasachstan noch verboten war.
Das zentralasiatische Land nutzt den neuen Borat-Film jetzt für Werbezwecke, nachdem der erste Teil in Kasachstan noch verboten war.
Stuttgart - Es wäre übertrieben, Kasachstan einen touristischen Magneten zu nennen. Doch die Tendenz macht dahingehend Hoffnung. Die letzte Erhebung für 2018 ergab, dass bereits neun Millionen Urlauber in jenem Jahr dem zentralasiatischen einen Besuch abstatteten. Im weltweiten Vergleich ist das Platz 45. Sobald der Reiseverkehr nach der Pandemie wieder richtig aufgenommen wird, könnte es in der Rangliste ganz steil nach oben gehen. Die kasachische Tourismusbehörde jedenfalls hat dafür mit einer bemerkenswerten Kampagne die Weichen gestellt.
Passend zum Start von Teil zwei des Borat-Films von und mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen wirbt der kasachische Werbeclip mit dem Spruch „Very Nice“. Dieses Borat-Zitat begleitet Filmsequenzen, die verschiedene kasachische Sehenswürdigkeiten zeigen. Dass die Tourismusbehörde auf „Borat“ zurückgreift, überraschend insofern, dass der erste 2006 in die Kinos gekommene Teil in Kasachstan unter dem damals herrschenden Autokraten Nursultan Nasarbajew verboten war. Das Land sah sich darin unter anderem als homophob, antisemitisch, korrupt und hinterwäldlerisch verunglimpft. Dieses Bild vermittelt Sacha Baron Cohen auch in der Fortsetzung als fiktionaler kasachischer Journalist Borat Sagdiyev, der von seiner Regierung den Auftrag hat, die amerikanische Lebensart zu ergründen. Dabei gerät er diesmal mitten in den US-Wahlkampf.
Laut einem Bericht der „New York Times“ stammt die Idee über die selbstironische kasachische Tourismuskampagne von einem in der ehemaligen Sowjetrepublik lebenden Amerikaner namens Dennis Keen. Der entwarf zusammen mit einem Freund ein entsprechendes Storyboard und schickte es der Tourismusbehörde. Die griff die Idee sofort auf, nachdem in Erfahrung gebracht werden konnte, dass direkt nach dem ersten Borat-Film deutlich mehr Touristen ins Land strömten. Nachdem zuletzt Borat-Erfinder Cohen betonte, dass das Kasachstan in seinem Film lediglich als ein Synonym zu verstehen sei und rein gar nichts mit der Realität zu tun habe, wurde er nun von der kasachischen Regierung sogar herzlich eingeladen, Teil 3 doch gleich in Kasachstan zu drehen.