Borussia Mönchengladbach gegen FC Bayern Das sind die Stimmen zur historischen Bayern-Demütigung

Die Profis des FC Bayern können das Geschehen in Mönchengladbach nicht begreifen. Foto: AFP/INA FASSBENDER
Die Profis des FC Bayern können das Geschehen in Mönchengladbach nicht begreifen. Foto: AFP/INA FASSBENDER

Was für ein Abend, was für ein Spiel: Borussia Mönchengladbach zerlegt den FC Bayern in einer historischen Partie mit 5:0 im DFB-Pokal – wir haben die Stimmen dazu gesammelt.

Sport: Marco Seliger (sem)
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Mönchengladbach - Frustriert und schockiert wie selten zuvor ist der FC Bayern München nach der höchsten DFB-Pokal-Niederlage seiner Historie aus Mönchengladbach abgereist. Während die Borussen nach dem überragenden 5:0 (3:0) am Mittwochabend ihre Gala emotional bei der Rückkehr der Fan-Massen mit knapp 50 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion zelebrierten, rangen die Bayern nach Erklärungen für ihre Nicht-Leistung – die Stimmen zum historischen Pokalabend, teils vom Bezahlsender Sky.

Hasan Salihamidzic (Sportvorstand des FC Bayern)

„Das ist wirklich schwer zu erklären. Wir sind alle schockiert. In der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht da, die Zweikämpfe, die wir gewonnen haben, kann man an einer Hand abzählen. Wir haben nicht richtig umgeschaltet und uns den Schneid abkaufen lassen. Glückwunsch an die Gladbacher, die sensationell gespielt haben und jeden Zweikampf angenommen haben.“

... über die Harmlosigkeit des FC Bayern: „Das war unglaublich und wir haben uns auch gewundert und gefragt, warum wir nicht so gespielt haben wie in den vergangenen Wochen. Heute war es ein kollektiver Blackout.“

Thomas Müller (Offensivmann des FC Bayern)

„Über das ganze Spiel haben wir nicht den Punkt gefunden, wo der FC-Bayern-Wut-Motor dann angeht. Wir sind von uns auch anderes gewohnt und enttäuscht über unsere eigene Leistung. Wir können uns bei unseren Fans nur entschuldigen und Gladbach gratulieren zu einem Super-Spiel. Normalerweise wollen wir aber die sein, die bestimmen, ob ein Gegner gegen uns gut spielt oder nicht. Ich glaube, wenn wir Manu (Neuer, Anm.d.Red.) mal rausnehmen, den wir schön im Stich gelassen haben, dann war das von allen Beteiligten eine katastrophale Leistung. So ein kollektives Versagen von einer Bayern-Mannschaft bei so einem wichtigen Spiel habe ich selber noch nie erlebt. Und deswegen ist das in diesem Moment schwierig zu fassen, wenn ich ehrlich bin.“

... die Gründe für die Niederlage: „Nach dem ersten und zweiten Gegentor haben wir schon gedacht, dass wir uns schütteln und den Schalter umlegen können. Das ist uns vielleicht am Ende der ersten Halbzeit etwas besser gelungen, das war wohl die beste Phase in unserem Spiel. Aber das war es dann schon. Wir haben in der Halbzeit nochmal versucht, uns etwas zu verändern. In allen Bereichen lief es in die falsche Richtung. Sowohl von der Positionierung als auch von unserer Zweikampfführung und Körperlichkeit hat uns Gladbach den Schneid abgekauft. Auch im technischen Bereich haben wir Fehler gemacht und dann haben wir natürlich falsche Entscheidungen getroffen. Wir haben zu viel klein-klein gespielt und zu wenig die Tiefe gesucht.“

Dino Toppmöller (Co-Trainer FC Bayern)

„Die Mannschaft war schon in der Halbzeit total selbstkritisch. Wir müssen die Häme und den Spott nun ertragen. Davor waren wir immer die Super-Bayern, jetzt sind wir mal auf die Nase gefallen. Wir müssen uns schütteln, am Samstag bei Union steht das nächste Spiel auf dem Programm. Da müssen wir die Zweikämpfe und die Art und Weise vom Gegner besser annehmen und ein anderes Gesicht zeigen.“

Max Eberl (Sportvorstand Borussia Mönchengladbach)

„Das war einer der Pokalabende, die man nicht so schnell vergessen wird. Der Sieg war auch in der Höhe verdient. Die frühen Tore haben Kräfte bei uns freigesetzt, wir haben sehr gut nach vorne gespielt und hinten herausragend verteidigt. Wir genießen das sehr, aber das ist jetzt auch ein Maßstab. Wir haben gesehen, was unsere Mannschaft imstande ist zu leisten.“

... über den desolaten FC Bayern: „Wir haben es sehr, sehr gut gemacht und haben sie wirklich beeindruckt. Sie wirkten ratlos, aus welchem Grund auch immer. Wir sind nun einen Schritt an das Ziel, irgendwann mal in so einem Finale zu stehen. Das ist alles. Das heute war eine Leistung, über die wir uns unglaublich freuen. Wir freuen uns auf die nächsten Runde und hoffen auf etwas Losglück. Es ist schön für die Bundesliga, dass die Bayern in dieser Saison schon mal nicht das Double holen können.“

Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach)

„Es war eine unfassbare Atmosphäre. Wir sind super ins Spiel gekommen, das dritte Tor haben wir schon nach 20 Minuten geschossen. Natürlich muss man sich das erarbeiten. Das 4:0 war fast schon die Entscheidung. Wir waren schon fast wie im Rausch, aber wir haben auch das umgesetzt, was wir in den letzten Spielen angedeutet haben. Wir waren aggressiv und haben die Bayern nicht zur Geltung kommen lassen. Auch hinten waren wir stabil, das war insgesamt schon bärenstark.“

... über die Ziele im DFB-Pokal: „Wir haben schon vor der Saison gesagt, dass wir nach Berlin wollen. Das ist ein Wettbewerb, in dem man mit nur wenigen Siegen einen Titel holen kann.“

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