Bosch warnt Auch E-Batterien könnten knapp werden

E-Fahrzeuge stoßen keine Abgase aus, doch ihre Batterien enthalten knappe Rohstoffe. Was geschieht, falls es bei diesen einmal zu größeren Engpässen kommt? Foto: dpa/Jan Woitas

Der Gasmangel zeigt, welche dramatischen Folgen wirtschaftliche Abhängigkeiten haben können. Bosch-Kfz-Chef Markus Heyn rät, auch bei den Antriebstechnologien einseitige Festlegungen zu vermeiden.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau : Klaus Köster (kö)

Der Chef der Bosch-Kfz-Sparte Mobility Solutions, Markus Heyn, hält eine allzu einseitige Ausrichtung der Autoindustrie auf die Batterie-Elektromobilität für riskant. „Wir sehen ja gerade, welche Folgen der Gasmangel für Deutschland und Europa hat, weil wir zu wenig Alternativen vorbereitet haben“, sagte Heyn unserer Zeitung. „In der Autoindustrie sollten wir uns aus diesem Anlass fragen, was wir tun können, sollte es einmal zu wenig Batteriezellen geben.“ In diesem Fall wünsche sich „sicher jeder eine Alternative zum Batterieantrieb. Diese wird es aber nur geben, wenn wir sie rechtzeitig vorbereitet haben.“

 

Brennstoffzelle als Alternative

Zu diesen Alternativen zählt Heyn die Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und dem Luftsauerstoff Strom erzeugt, der den E-Motor antreibt. Die entstehende Infrastruktur für Langstrecken-Lkw sei sehr gut als „Rückgrat für die Versorgung von Pkw geeignet“. Auch die Infrastruktur beim Diesel sei zunächst nur für Lkw gebaut und erst später um Zapfsäulen für Pkw erweitert worden.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hält die Verfügbarkeit von Rohstoffen ebenfalls für einen Grund, auf die Brennstoffzelle zu setzen. Sie überzeuge durch eine geringe Rohstoffabhängigkeit und sei zu 97 Prozent wiederverwertbar.

Für mehr Ladesäulen

Heyn spricht sich für einen schnelleren Ausbau des Ladenetzes für Batteriefahrzeuge aus, der dazu beitragen könne, das Autofahren bezahlbar zu halten. Aus Sorge, vor einer belegten Ladesäule zu stehen, wollten viele lieber eine Reichweite von 500 als von 300 Kilometern. Der Preis der Reichweite sei jedoch hoch, da die Batterie die teuerste Komponente des E-Autos sei. Der Ausbau bei den Ladesäulen trage somit „dazu bei, dass kleinere Batterien ausreichen und das Autofahren erschwinglich bleibt“.

Das Unternehmen Bosch hat seinen Erdgasverbrauch in diesem Jahr gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 15 Prozent gesenkt und will die Einsparung noch ausbauen. Sparen will man auch, indem ein Teil der Büros nicht mehr geheizt wird, weil Menschen ohnehin tageweise zu Hause bleiben oder anders untergebracht werden.

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