Botnang Beim ASV stehen die Zeichen auf Fusion

Von Torsten Ströbele 

Vorsitzender Martin Brodbeck will den Verein weiter voranbringen. Mitglieder unterstützen die Pläne.

Der ASV Botnang hat derzeit rund 1000 Mitglieder. Ein Großverein hätte jedoch ganz andere Möglichkeiten, sagt der ASV-Vorsitzende Martin Brodbeck. Foto: Archiv Thorsten Hettel
Der ASV Botnang hat derzeit rund 1000 Mitglieder. Ein Großverein hätte jedoch ganz andere Möglichkeiten, sagt der ASV-Vorsitzende Martin Brodbeck. Foto: Archiv Thorsten Hettel

Botnang - Der Athletiksportverein (ASV) bastelt an seiner Zukunft. Derzeit wird auch wieder laut über eine Fusion mit der Sport- und Kulturgemeinde (SKG) nachgedacht.

Der ASV-Vorsitzende Martin Brodbeck könnte sich eigentlich beruhigt zurücklehnen: Sein Verein ist gut aufgestellt. Rund 180 Jugendliche sind Mitglied allein bei der Fußballabteilung, der katastrophale Grassmasterplatz ist ausgetauscht und noch finden sich auch genug Ehrenamtliche, die beispielsweise den Betrieb des eigenen Freibades ermöglichen. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen das Geld knapp war. Nach erheblichen Investitionen in die Sporthallen und das Freibad sei es gelungen, Schulden abzubauen, sagt Brodbeck. „Wir stehen auf festen Füßen. Unsere Finanzen sind solide.“

Doch ganz glücklich ist Brodbeck mit der Situation noch nicht: „Wir brauchen eine Vision.“ Er möchte in Zeiten, in denen es dem Verein gut geht, in die Zukunft schauen. Bei einem Blick in die Nachbarschaft stößt er auf einige positive Beispiele, wie die Vereinslandschaft künftig auch in Botnang aussehen könnte. In Weinstadt, Leonberg/Eltingen, in den Neckarvororten und in Zuffenhausen seien schon Fusionen über die Bühne gegangen. „Da bewegt sich etwas. Das sind alles Erfolgsmodelle“, sagt Martin Brodbeck.

ASV-Mitglieder können sich Fusion vorstellen

Ein Großverein hätte einfach ganz andere Möglichkeiten, sagt der ASV-Vorsitzende. Schon heute müsse man teilweise mit bezahlten Kräften arbeiten, um das Angebot aufrecht erhalten zu können – trotz des enormen ehrenamtlichen Einsatzes seiner Mitglieder. Zudem sei der Verwaltungsaufwand immens hoch. „Wir würden gerne einen professionellen Geschäftsführer einstellen. Aber bei rund 1000 Mitgliedern ist das finanziell nicht stemmbar.“ Somit sei aber dem Wachstum des Vereins eine Grenze gesetzt. Durch eine Fusion verspricht sich Brodbeck die notwendigen Synergien, um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein. Gemeinsam hätten ASV und SKG die Räumlichkeiten, um weitere Angebote zu schaffen. Und sie hätten auch die Möglichkeit, zu investieren – anders als ein kleiner Verein.

Die Mitglieder des ASV könnten sich eine Fusion sehr gut vorstellen. Bei der Jahreshauptversammlung gab es zum Thema eine Probeabstimmung. Von den 80 Anwesenden war niemand gegen eine mögliche Fusion. „Das ist ein überwältigendes Ergebnis“, sagt Brodbeck. „Es ist gut zu wissen, dass es einen großen Rückhalt gibt, falls wir diesen Weg beschreiten wollen.“

Optionen gebe es zumindest einige. Brodbecks Wunschpartner ist sicherlich die SKG mit ihren rund 1100 Mitgliedern. Doch er könne sich beispielsweise auch eine Fusion mit dem Liederkranz vorstellen. „Ich bin da total offen.“ Noch ist also überhaupt nichts spruchreif. Es wurde auch noch mit keinem Verein über eine mögliche Fusion gesprochen. „Ich werde in naher Zukunft aber erst einmal auf die SKG zugehen“, sagt Brodbeck.

Vor 15 Jahren gab es schon Gespräche

Der Vorsitzende des Nachbarvereins, Dieter Schraft, hat bisher noch keinerlei Gedanken an eine Fusion gehegt. „Wir sind sehr gut aufgestellt.“ Man habe beispielsweise schon einen Geschäftsführer. Zudem gebe es Kooperationen mit Kindergärten. Ähnliche Formen könne man sich auch an den Grundschulen vorstellen. Er sei aber gesprächsbereit, falls denn jemand vom ASV mit einer Idee auf ihn zukommen würde. Schon vor 15 Jahren hätte sein Vorgänger Gernot Brecht mit Verantwortlichen des ASV über eine mögliche Fusion gesprochen – ergebnislos. Mittlerweile gebe es aber die eine oder andere Kooperation, beispielsweise in der Volleyballabteilung und beim Freibad.

Botnangs Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle findet die Idee einer Fusion gut, weiß allerdings, dass es keine leichte Aufgabe werden würde. „Die Gräben zwischen den beiden Vereinen sind zwar wesentlich kleiner als früher, aber sie müssen dennoch erst einmal zugeschüttet werden.“

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