Botnanger Marktplatz Nur vier Bäume sollen stehen bleiben

Von Torsten Ströbele 

Die Bezirksbeiräte beschließen, wie der Marktplatz künftig aussehen soll. 710 000 Euro werden benötigt.

Die Bäume, die sich in dem Entwurf  unten links und oben rechts befinden, sollen laut den Botnanger Bezirksbeiräten Foto: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung (z)
Die Bäume, die sich in dem Entwurf unten links und oben rechts befinden, sollen laut den Botnanger Bezirksbeiräten Foto: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung (z)

Botnang - Die Botnanger Bezirksbeiräte haben über das künftige Erscheinungsbild des Marktplatzes entschieden: 13 Bäume sollen weichen, und vier an der Ecke Eltinger/Regerstraße stehen bleiben. Die Kommunalpolitiker folgten somit am Dienstag in ihrer ersten öffentlichen Sitzung im neuen Jahr mehrheitlich dem Wunsch der Teilnehmer aus drei Workshops, die sich vor allem eine offene und multifunktional nutzbare Fläche im Zentrum des Stadtbezirks wünschten.

Seit April wird in Botnang intensiv über die Umgestaltung des Marktplatzes diskutiert. Schon in einem ersten Workshop, den das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtplanung und -erneuerung durchführte, wurde rasch klar, dass für die anwesenden Botnanger auch ein Kahlschlag auf der Fläche am Ende der Griegstraße in Frage kommen könnte, um sie attraktiver zu machen. Die Bäume auf dem Marktplatz seien zu dominant. Da waren sich die Teilnehmer einig.

Und das sollte sich auch rund drei Monate später, im zweiten Teil der Bürgerbeteiligung, nicht ändern. Das Amt für Stadtplanung und -erneuerung stellte sechs Entwürfe vor. Am Ende machte aber eine siebte Variante das Rennen: Nur eine Baumgruppe aus bestehenden Platanen und eventuell einigen neuen Bäumen an der Ecke Eltinger/Regerstraße wurde als die eindeutig beste Lösung auserkoren.

Zwei weitere Bäume werden aus dem Plan gestrichen

Zu diesem Ergebnis kamen die engagierten Workshop-Teilnehmer auch noch einmal im November, als ihnen und zum ersten Mal auch den Bezirksbeiräten die Pläne vorgestellt wurden. Doch zu einer endgültigen Entscheidung, wie denn der Marktplatz künftig aussehen soll, wollten sich die Kommunalpolitiker in dieser Sitzung noch nicht durchringen.

Das Amt für Stadtplanung und -erneuerung fertigte für Dienstag nun einen überarbeiteten Entwurf an, der als Abstimmungsgrundlage für die Bezirksbeiräte dienen sollte. Allerdings sorgte der Plan der Stadtverwaltung für einige Diskussionen. Sechs Bäume waren noch auf dem Entwurf zu sehen (siehe Foto). Für den Geschmack der meisten Kommunalpolitiker waren das zwei zu viel. Nicholas Gernhardt-Winkler (Bündnis 90/Die Grünen) fragte sich beispielsweise, warum die Platane unten links noch eingezeichnet sei. Und Michael Schneider (CDU) störte der Baum ganz rechts auf dem Plan. Der Bürgerwille hätte in drei Workshops etwas anders ausgesehen, stellte auch Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle fest.

Fast alle Bezirksbeiräte konnten sich dieser Meinung anschließen. Nur Marianne Latuske (SPD) hatte Gefallen an dem jüngsten Entwurf des Amtes für Stadtplanung und -erneuerung gefunden: „Wir könnten doch die beiden Bäume erst einmal dort belassen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte man sie immer noch fällen.“ Bei zehn Ja-Stimmen und keiner Enthaltung wurde die Sozialdemokratin allerdings klar überstimmt.

Umgestaltung kostet wohl rund 710 000 Euro

Wolfgang Stierle konnte anschließend auch schon eine erste Kostenschätzung des Amtes für Stadtplanung und -erneuerung präsentieren. Für die Umgestaltung des rund 2550 Quadratmeter großen Marktplatzes geht die Verwaltung davon aus, rund 200 Euro pro Quadratmeter für Belag, Poller und Sitzelemente ausgeben zu müssen – also 510 000 Euro. Das Wasserspiel mit dem sogenannten ebenerdigen Springbrunnen soll etwa 120 000 Euro kosten. Die Verlegung der WC-Anlage von der Eltinger Straße an das Trafohäuschen an der Regerstraße wird mit 20 000 Euro veranschlagt. Hinzu kommt noch einmal dieselbe Summe für die Beleuchtung. Somit müsste der Gemeinderat in den kommenden Haushaltsberatungen 710 000 Euro einstellen, um die Umgestaltung zu finanzieren. In einem zweiten Bauabschnitt stehen zudem dann noch die Ausgleichsmaßnahmen für die gefällten Bäume an. Mitarbeiter der Stadtverwaltung gehen davon aus, dass diese Maßnahme noch einmal 390 000 Euro kostet, wenn 13 Bäume weichen müssen.

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