Der Bottwartal-Marathon lockt nicht nur zahlreiche Zuschauer auf die Straßen von Steinheim und Umgebung. Der Sieger des Marathons über 42 Kilometer heißt wie 2024 Sven Heinle.
Als wäre es nichts, kommt Sven Heinle gegen 12 Uhr mittags durch Steinheim gelaufen – dabei hat er zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 40 Kilometer hinter sich gebracht. Überglücklich überquert er die Ziellinie – und muss dann doch erst mal zu Atem kommen. Ein Marathon ist eben doch ein kraftraubender Akt. Auch wenn der in Heinles Erzählungen, verglichen mit seinen Erfahrungen aus dem Vorjahr, fast nach einem Spaziergang klingt.
„Laufen boomt.“ Das hat der Leiter des Orga-Teams, Holger Bäßler, dieses Jahr unmittelbar erfahren. „Wir haben so viele Teilnehmer wie noch nie“, erzählt er. Schon bei den Kinderläufen am Samstag war die hohe Teilnehmerzahl auffällig, zusammen mit den Erwachsenen am Sonntag sind die Zahlen noch mal richtig durch die Decke geschossen. Zwischen 3500 und 4000 junge und erwachsene Läufer waren es sonst. „Dieses Jahr kommen wir auf 5700.“
Der Halbmarathon lockt die Sportler
Der Lauf mit den meisten Teilnehmern sei grundsätzlich der Halbmarathon, „allein dafür hatten wir 500 Anmeldungen mehr als sonst“. Die Startplätze waren damit lange vor dem Start komplett ausgebucht.
Das Teilnehmerfeld überzeugte aber längst nicht nur mit Quantität, sondern genauso mit Qualität: In allen drei großen Läufen, dem Urmensch-Ultralauf (52 Kilometer), dem Marathon (42) und dem Halbmarathon (21) konnten die Sieger die Bestzeiten aus den Vorjahren alle unterbieten – im Fall von Sven Heinle war es sogar die eigene.
Der Marathon-Läufer schaffte es in genau 2:27:35 Stunden ins Ziel – damit knappe sieben Minuten vor dem Zweitplatzierten Thomas Bosch und 13 Minuten vor Andreas Volk – und schlug seine Bestzeit von 2024 um ebenfalls rund sieben Minuten.
Mit dem Ergebnis ist der ITler, der den Sport nur in seiner Freizeit betreibt und unter anderem für den SV Ludwigsburg in der 2. Bundesliga beim Triathlon antritt, mehr als zufrieden. Für ihn ist das erst sein zweiter Marathon überhaupt. „2024 habe ich ihn beim ersten Mal schon gewonnen, aber das war wirklich hart“, erzählt er. „Ich habe zwischendurch oft gestanden und habe so gelitten.“ Für dieses Jahr habe er sich deutlich besser vorbereitet – mit sichtbarem Erfolg. „Es lief perfekt, besser hätte ich es mir kaum wünschen können.“
Bei den Frauen lief Lina Kabsch als erste durchs Ziel (2:58:04) – etwa 15 Minuten schneller als die Gewinnerin aus dem Vorjahr. Nach ihr schafften es Nicole Preyl und Kim Lohfink ins Ziel.
Den noch mal knapp zehn Kilometer längeren Urmensch-Ultralauf entschied Sven Schauerhammer für sich (3:41:23 Stunden), hinter ihm folgten Cornelius Theus und Philipp Nothof.
Gleich darauf, und damit auf Platz 4 in der Gesamtwertung, schaffte es eine Frau durchs Ziel – mit einer Zeit von 3:53 Stunden, etwa 25 Minuten schneller als die Gewinnerin des Vorjahrs. Für Maria Elisa Legelli, die extra aus dem Allgäu angereist ist, ein besonderer Erfolg. Denn sie war nicht nur zum ersten Mal beim Ultralauf dabei, es ist zudem der längste Lauf, den sie überhaupt je absolviert hat. „Ich bin richtig stolz, es in unter vier Stunden geschafft zu haben.“ Zweitplatzierte beim Ultralauf war Yvonne Halbrichter (4:35:41) und relativ dicht dahinter Anja Westphal (4:36:47).
Hochkarätige Zeiten über 21,1 Kilometer
Auf dem Treppchen zum Halbmarathon fand sich ein bekanntes Gesicht: Emil Fast, der Gewinner 2024, erreichte den dritten Platz in 1:09:33 Stunden. Vor ihm kamen ebenfalls Triathleten ins Ziel: Fabian Kraft (1:06:01) und als Gewinner Julian Großkopf. Der Athlet aus Ludwigsburg schlug die Zeit von Fast von 2024 um mehr als sechs Minuten und erreichte das Ziel in hochkarätigen 1:05:49 Stunden. Zunächst war das Führungsduo bis Kilometer 18 gemeinsam gelaufen, ehe Großkopf Gas gab und die letzten drei Kilometer unter neun Minuten lief. Eine Woche nach seinem Halbmarathon-Rennen in München, das er als Dritter in 1:05:34 beendet hatte. „Erstaunlich frisch“ habe er sich gefühlt, sagte der 25-Jährige am Sonntag.
Bettina Englisch (1:21:45) knapp vor Sandra Burkhardt (1:21:57) und mit etwas Abstand Sophia Salzwedel (1:27:27) bildeten das Podium in der Frauenwertung.