Boxen Deshalb steht Ardian Krasniqi vor seiner Reifeprüfung

Boxer mit bester Perspektive: Ardian Krasniqi. Foto: Baumann

Halbschwergewichtler Ardian Krasniqi trifft an diesem Samstag in Sindelfingen auf seinen bisher härtesten Kontrahenten: Wie lange steht er gegen Diego Ramirez im Ring?

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Der Boxsport in Deutschland liegt am Boden. Es gibt zwar etliche Kämpfer, die ihn wiederbeleben wollen, doch nur wenigen ist das auch zuzutrauen. Ardian Krasniqi gehört dazu, und das nicht nur, weil er einen großen Namen trägt. Sondern weil bei ihm auch sonst viel passt.

 

Der Halbschwergewichtler (bis 79,3 Kilogramm) aus Rottweil ist der Neffe von Boxlegende Luan Krasniqi, gilt als hochtalentiert, intelligent, eloquent – und unabhängig. Ardian Krasniqi hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftsinformatik, könnte jederzeit aus dem Ring ins Büro wechseln. „Es gab viele Boxer, die um ihre Existenz kämpfen mussten“, sagt er, „mir stehen beruflich alle Türen offen. Ich bin frei im Kopf, das macht es einfacher, an die Grenzen zu gehen und meinen Traum zu leben.“

Dabei gibt es derzeit nur ein Problem. Seit seinem Profi-Debüt im Juni 2022 hat Krasniqi (28) erst zehn Kämpfe bestritten, alle gewann er vorzeitig, weshalb er bisher nur auf 16 Runden kommt. Es fehlt ihm an Erfahrung, und ob er auf lange Distanz über genügend Wettkampfhärte verfügt, weiß er nicht. Was sich schon an diesem Samstag ändern könnte: Im Sindelfinger Glaspalast trifft Krasniqi auf seinen bisher stärksten Gegner.

Diego Ramirez ist, sportlich gesehen, ein alter Haudegen

Der Argentinier Diego Ramirez (30) hat schon 40 Kämpfe bestritten (27 Siege), im Vergleich zu Krasniqi ist er, sportlich betrachtet, ein alter Haudegen. „Ich schlage wie ein Schwergewichtler, wenn ich treffe, zeigt das Wirkung“, sagt der Rottweiler, „trotzdem gehe ich davon aus, dass der Kampf diesmal länger dauert. Ramirez ist hart.“ Weshalb Krasniqi vor seiner Reifeprüfung steht. „Ich habe Respekt“, sagt er, „ich bin auf einen langen Kampf vorbereitet, habe einen solchen aber noch nie erlebt. Für den weiteren Verlauf meiner Karriere wird es ein entscheidender Abend.“ Denn am Ende hilft es nicht, einen großen Namen zu tragen. Nach oben durchboxen muss man sich schon selbst.

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