Boxen Nächste Runde im Zoff-Duell Krasniqi gegen Zachenhuber
Ardian Krasniqi boxt an diesem Samstag in der ausverkauften Scharrena in Stuttgart – und liefert sich parallel dazu einen verbalen Schlagabtausch mit Simon Zachenhuber.
Ardian Krasniqi boxt an diesem Samstag in der ausverkauften Scharrena in Stuttgart – und liefert sich parallel dazu einen verbalen Schlagabtausch mit Simon Zachenhuber.
Der Streit eskalierte an einem lauen Abend im April. Ardian Krasniqi boxte vor acht Monaten im Sindelfinger Glaspalast, und Simon Zachenhuber, der sich zuvor mit seinem Konkurrenten ein eher belangloses Geplänkel in den sozialen Medien geliefert hatte, wollte zusammen mit seinem Trainer Conny Mittermeier zuschauen. Das ging aber nicht – weil das Duo von Krasniqis Management aus der Halle geworfen wurde. Seither fordert Simon Zachenhuber, der seit acht Jahren in Stuttgart trainiert, Ardian Krasniqi immer wieder heraus – nun gab es die nächste Runde in dem (verbalen) Schlagabtausch.
Ardian Krasniqi, der Neffe der Schwergewichts-Legende Luan Krasniqi, boxt an diesem Samstag (22.30 Uhr) in der Stuttgarter Scharrena gegen Gaspar Fernandez. Bisher ist die Bilanz des 29-jährigen Rottweilers im Halbschwergewicht (bis 79,3 kg) makellos. Nach seinem abgeschlossenen Studium der Wirtschaftsinformatik gewann er alle elf Profikämpfe vorzeitig. Allerdings stand er dabei nur 20 Runden im Ring – einen Gegner, der ihn richtig fordert, hatte er noch nicht, und es wäre eine Überraschung, sollte es Gaspar Fernandez gelingen, ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Der Boxer selbst sieht das anders. „Ich stehe vor der größten Herausforderung meiner Karriere“, erklärte Ardian Krasniqi, „es wird eine Schlacht.“
Derzeit ist Ardian Krasniqi die Nummer acht der Weltrangliste des Verbandes WBO, ein Sieg gegen seinen argentinischen Konkurrenten würde ihn seinem großen Ziel näherbringen: „Ich wäre dann unter den besten fünf Boxern der WBO, vielleicht kommt es ja schon 2026 zu einem WM-Kampf. Da will ich hin.“
Nach der Frage bei der Pressekonferenz am Donnerstag im Stuttgarter Stadtpalais, ob er sich auf dem Weg an die Spitze auch Supermittelgewichtler Simon Zachenhuber (bis 76,2, kg) stellen würde, der dafür eine Klasse aufrücken müsste, antwortete er in deutlichen Worten. „Wenn er gegen mich kämpfen will, muss er erst mal ein gutes Angebot schicken. Ich bin kein No-name-Boxer. Er möchte gegen einen Krasniqi boxen, das gibt’s nicht umsonst“, sagte Ardian Krasniqi, „meine Gewichtsklasse und meine Schlagkraft wären ungesund für ihn. Doch wenn ein Angebot kommt, bin ich bereit. Ich bräuchte nur vier Wochen Zeit zur Vorbereitung.“
Die Summe, die ihnen vorschwebt, nannten Ardian Krasniqi und sein Management nicht, eine Größenordnung aber schon – mindestens sechsstellig müsste die Offerte wohl sein. Die Frage ist nur, wer dieses Geld investieren würde? „Wenn sich ein Sponsor findet, der uns gegeneinander kämpfen sehen will, bin ich jederzeit bereit“, erklärte Simon Zachenhuber gegenüber unserer Zeitung, „meine Börse liegt natürlich auch im sechsstelligen Bereich, zumal ich in der WBO sowie in allen anderen Ranglisten besser stehe als Ardian Krasniqi. Er ist der klare Außenseiter und kann froh sein, dass ich ihm die Chance auf den Kampf gebe, nicht umgekehrt. Wir werden sehen, ob es ihm weiterhin nur um die Show geht oder er auch mal sportlich etwas zeigen will.“
Für den Auftritt von Ardian Krasniqi am Samstag in der ausverkauften Scharrena (2500 Plätze) hat sich Simon Zachenhuber übrigens erst gar nicht um ein Ticket bemüht. „Noch einmal hinausgeworfen zu werden“, meinte der Boxer, „das muss ich mir nicht geben.“