Boxen Zachenhuber-Kampf ist für Krasniqi „kein Thema mehr“

Boxen sich durch: Ardian Krasniqi (li.) und Simon Zachenhuber. Foto: Imago/Torsten Helmke

Das „Zoff-Duell“ geht in die nächste Runde – allerdings nur verbal. Ardian Krasniqi bescheinigt Simon Zachenhuber eine schwache Leistung: „Niederlage wirft ihn weit zurück.“

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Das „Zoff-Duell“ der beiden Boxer Ardian Krasniqi (Rottweil) und Simon Zachenhuber (Stuttgart) läuft schon länger, allerdings nur auf verbaler Ebene – und dabei wird es auch bleiben. „Ein Kampf gegen ihn“, sagte Ardian Krasniqi im Rahmen seiner Vorbereitung auf das Duell gegen Vinko Zadro am 27. Juni in der Ludwigsburger MHP-Arena, „ist für mich kein Thema mehr.“

 

Das ist lange anders gewesen. Nachdem es im Vorfeld in den sozialen Medien die eine oder andere Stichelei gegeben hatte, waren Simon Zachenhuber und sein Trainer Conny Mittermeier vor einem Jahr beim Kampfabend des Krasniqi-Boxstalls Primetime-Promotion aus dem Sindelfinger Glaspalast geworfen worden. Es folgten gegenseitige Kampfansagen der beiden Ungeschlagenen, die Wortwahl wurde dabei immer deftiger. In greifbare Nähe rückte ein sportliches Duell zwischen Halbschwergewichtler Krasniqi (bis 79,3 Kilogramm) und Supermittelgewichtler Zachenhuber (bis 76,2) aber nie wirklich. Stattdessen gingen beide ihren eigenen Weg – auf dem es für den Niederbayern, der seit acht Jahren in Stuttgart lebt und trainiert, zuletzt einen herben Rückschlag gab. In London kassierte Simon Zachenhuber nach 28 Siegen in Serie in einem Sechs-Runden-Kampf gegen den Engländer Pawel August überraschend seine erste Niederlage. „Gegen so einen Gegner darf er nicht verlieren“, sagte Ardian Krasniqi, der sich den Auftritt von Zachenhuber angeschaut hat, auf Nachfrage unserer Zeitung, „sportlich hat er nicht gerade geglänzt, das war ein bisschen traurig. Diese Niederlage gegen einen Kontrahenten, den er besiegen muss, wirft ihn weit zurück. Er muss jetzt von vorne anfangen.“ Deshalb gebe es für ihn nun keinen Grund mehr, zu einem Duell mit Simon Zachenhuber in den Ring zu steigen.

Ardian Krasniqi: „Simon Zachenhuber muss jetzt von vorne anfangen“

Volltreffer: Ardian Krasniqi bei seinem letzten Sieg in der Stuttgarter Scharrena gegen den Argentinier Gaspar Fernandez. Foto: Imago/Eibner

Conny Mittermeier überrascht nicht, dass Ardian Krasniqi seinen Schützling, der gerade im Urlaub weilt, für dessen Leistung kritisiert. „Ich war auch nicht zufrieden mit dem Auftritt von Simon“, sagte der erfahrene Coach, „wenn Ardian Krasniqi so empfindet, dann darf er natürlich sagen, was er denkt. Ich bin ihm nicht böse, dass er Simon nun so runtermacht. Allerdings sollte er dann auch auf die Qualität der Leute schauen, gegen die er bisher gekämpft hat, da war noch kein Guter dabei. Wir würden einem Kampf weiterhin sofort zustimmen, denn ich bin sicher, dass Simon ihn schlagen würde.“ Die Priorität, das sagt Mittermeier allerdings auch, sei derzeit eine andere.

Der Fokus von Zachenhuber und seinem Trainer liegt auf der Revanche gegen Pawel August, die ihnen vom Sieger und dessen Management noch in London versprochen worden ist. Für diesen Kampf gibt es noch keinen Termin, eines aber gilt als sicher: Ardian Krasniqi wird erneut interessierter Beobachter sein.

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