Brände in Leinfelden-Echterdingen Von lodernden Flammen und mutigen Menschen

Zwischen Moderne und Historie: ein Löschwagen und ein moderner Schutzanzug. Foto: Frank Wahlenmaier 7 Bilder
Zwischen Moderne und Historie: ein Löschwagen und ein moderner Schutzanzug. Foto: Frank Wahlenmaier

Brandmelder sind heutzutage gesetzlicher Standard. Doch es gab bereits im 16. Jahrhundert klare Anweisungen, was bei einem Feuer zu tun ist. Und wer sich nicht dran hielt, wurde bestraft.

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Leinfelden-Echterdingen - Wer im früheren Großherzogtum Baden und auch Württemberg in eine neue Stadt gezogen ist, durfte eines nicht vergessen: seinen Eimer. Genauer gesagt, seinen Löscheimer. Noch bis ins 19. Jahrhundert war jeder Bürger dazu verpflichtet, einen solchen im Haus zu haben. Bei alljährlichen Kontrollen wurden diejenigen bestraft, die keinen Eimer hatten. Mit dem Kübel konnten die Bürger im Notfall eine Menschenkette bilden, um wild lodernde Brände zu bändigen, von denen es früher genug gab. Zu nahe konnten sie den Brandherden damit allerdings nicht kommen.

Der Löscheimer als Relikt der Feuerwehrhistorie ist eines von vielen, die von Samstag, 4. Mai, an im Rahmen der neuen Ausstellung „Brandgeschichte(n)“ im Stadtmuseum Echterdingen zu bestaunen sind. Allerdings findet die Eröffnung im Treff Zehntscheuer an der Maiergasse 8 um 15 Uhr statt. Die Ausstellungsstücke erzählen Geschichten der Feuerbekämpfung und der Feuerwehr von damals bis heute. Auf zwei Stockwerken können die Besucher mehr über tragische Feuerkatastrophen in der Stadt erfahren.

Mit einem nassen Handtuch gegen die Flammen

Hans Huber, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum, erlebte hautnah eine dieser stadthistorischen Tragödien mit. Als im März 1944 die Royal Air Force der britischen Armee die Filder bombardierte und lichterloh brennen ließ, bekämpfte Huber das Feuer, indem er verhinderte, dass umhertanzende Funken auf weitere Gebäude übergriffen. Allein mit einem nassen Handtuch, wie er sagt. Heute erzählt er mahnend von seinen Erlebnissen und spendet auch deshalb Ausstellungsstücke zur Feuerbekämpfung ans Museum. Es soll aber nicht nur ums Damals gehen. Bei der Ausstellung spielt Prävention auch eine wichtige Rolle, wie der ehrenamtliche Museumsleiter Wolfgang Haug erklärt. „Während der Ausstellung laden wir Schulklassen der Stufen 3 und 4 ein, um über das Feuer im Allgemeinen aufzuklären“, sagt er. „Dafür halten die Kinder Referate über verschiedene Themen oder erstellen eigene Schilder, die zum Beispiel das Rauchen in Wäldern oder Tankstellen verbieten.“

Zusätzlich veranstaltet er auch Lösch-Übungen, an denen jedermann teilnehmen kann. An insgesamt drei Terminen klärt Haug über die Wechselwirkung von Feuer und Wasser auf. Einen eigenen Löscheimer müssen die Teilnehmer allerdings nicht mitbringen.

Ausstellung dauert bis Ende Juli




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