Brand in Korntal Polizei setzt Ermittlungsgruppe „Silo“ ein
Nach dem Feuer auf dem Gelände eines Baustoffhandels in Korntal-Münchingen (Landkreis Ludwigsburg) hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
Nach dem Feuer auf dem Gelände eines Baustoffhandels in Korntal-Münchingen (Landkreis Ludwigsburg) hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
Nach dem Brand auf dem Gelände des Baustoffhandels in Korntal sind sieben Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei laut dem Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg in einer Ermittlungsgruppe (EG) zusammengeschlossen worden. Diese „EG Silo“, wie sie polizeiintern auch genannt wird, arbeitet unter der Leitung des Staatsschutzes der Kriminalpolizei. Darüber hinaus macht der Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Steffen Grabenstein, keine Angaben. „Der Ermittlungen dauern an“, sagt er lediglich.
Bei einem Feuer war vor am 22. Juni in einem Baustoffhandel in Korntal ein Schaden in Millionenhöhe entstanden. Ein politisches Motiv wurde von Beginn an nicht ausgeschlossen. Der Baustoffhändler hatte nach dem 7. Oktober 2023, dem Überfall der Hamas auf Israel, auf dem Betriebsgelände weithin sichtbar Israel-Flaggen gehisst.
Auch wenn in der Vergangenheit dort Flaggen anderer Nationen hingen, etwa dann wenn sich Gäste aus fernen Ländern sich auf dem Gelände aufhielten, hat die israelische Flagge – im Kontext der Brüdergemeinde betrachtet – doch eine weitergehende Bedeutung. Im Internet war der Seniorchef des Unternehmens für seine Haltung zu Israel vor etlichen Wochen angegangen worden. Die Unternehmerfamilie ist in der evangelischen Brüdergemeinde aktiv, die wiederum seit jeher eine besondere Verbindung zu Israel hat.„Die Verbindungen nach Israel bestehen heute ausschließlich auf persönlicher Ebene. Einzelne Mitglieder pflegen Kontakte zu Personen und Organisationen, die vor allem im sozialen Bereich tätig sind“, sagt der Pfarrer der pietistischen Gemeinde, Johannes Luithle. Doch „zur jüdischen Gemeinde hin existieren keine direkten institutionellen Verbindungen“. Das schließt einzelne Kontakte nicht aus. „Vereinzelt gibt es engere persönliche Beziehungen vor allem zu jüdischen Menschen, die an Jesus, den Messias glauben.“
Gleichwohl: Diese Verbindungen zu Israel prägen die evangelische Brüdergemeinde seit jeher. Von außen betrachtet entsteht dadurch eine ebenso kulturelle wie auch spirituelle Vielfalt. „Als Evangelische Brüdergemeinde ist uns wichtig, die Verbundenheit zu Israel zu zeigen, denn der christliche Glaube ist ohne seine jüdischen Wurzeln nicht denkbar“, sagt Luithle. „Wir haben eine gemeinsame Bibel, den Glauben an den einen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, sowie ein gemeinsames kulturelles und spirituelles Erbe.“
Prägend für die Korntaler Pietisten war von Anfang an die Erwartung, der Messias werde in Kürze sein Friedensreich auf Erden aufrichten und von Jerusalem aus herrschen. Diese Erwartung spiegelt sich auch im Evangelischen Glaubensbekenntnis wider, so Luithle. Dort heißt es: „Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Die Erwartung, dass der Messias bald kommen werde, sei auch im jüdischen Glauben sehr präsent. Die Gedanken von der nahen Wiederkunft von Jesus Christus hätten auch Christoph Hoffmann, den Sohn des Gründers der Brüdergemeinde, beflügelt, ab 1868 im Heiligen Land Siedlungen zu gründen, „immer mit der Nah-Erwartung des Reiches Gottes verknüpft“.
Diese Verbindungen zeige sich unter anderem darin, „dass wir als Gemeinde regelmäßig für die Menschen in Israel, den Palästinensergebieten und weiteren Kriegsgebieten beten.“ Die Gemeinde böte Vorträge an, die über aktuelle politische Entwicklungen, aber auch über die Situation derer berichten. „die an Jesus, den Messias glauben“. Messianische Juden glauben an Jesus Christus, verstehen sich aber gleichzeitig als Teil des jüdischen Volkes und desen Tradition. Sie vereinen Elemente des jüdischen Glaubens und der jüdischen Lebensweise mit dem christlichen Glauben an Jesus als den Messias.
Weithin sichtbar wird diese Verbindung, durch Fahnen, die auch die Brüdergemeinde hisst. „Wir zeigen Flagge und setzen uns für das Erinnern ein, vor allem am 7. Oktober und am 9. November“, sagt Luithle. „Durch den Verkauf von Produkten, die in Israel hergestellt werden, fördern wir soziale Projekte in Israel, die auch der Versöhnung zwischen Juden und Palästinensern dienen sollen.