Feuer in leer stehendem Gasthaus in Remseck Brandstiftung im Gasthof Lamm bleibt ungeklärt

Von Julian Illi 

Täter und Motiv der Brandstiftung nahe einer Remsecker Asylunterkunft im Jahr 2015 bleiben wohl auf ewig im Dunkeln. Die Ermittlungen der Polizei sind beendet. Hinweise auf ein fremdenfeindliches Verbrechen gibt es nicht.

Rund 100 Feuerwehrleute waren im Oktober 2015 nötig, um das Feuer in dem leer stehenden Gasthaus zu löschen. Es entstand ein Schaden von rund 250 000 Euro. Foto: dpa
Rund 100 Feuerwehrleute waren im Oktober 2015 nötig, um das Feuer in dem leer stehenden Gasthaus zu löschen. Es entstand ein Schaden von rund 250 000 Euro. Foto: dpa

Remseck - Was in der Nacht auf den 20. Oktober 2015 im leer stehenden Gasthaus Lamm in Remseck-Neckargröningen passiert ist, bleibt wohl auf ewig ungeklärt. Wie jetzt bekannt wurde, sind die Ermittlungen zu der Brandstiftung in dem Gebäude, in dessen rückwärtigem Teil sich eine Asylunterkunft befand, beendet. Das bestätigt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Zwar kann das Verfahren bei einem neuen Hinweis oder Zeugen, die sich erst jetzt melden, wieder aufgenommen werden. Für die Beamten des Staatsschutz-Dezernates, die den Fall übernommen hatten, sind die Akten bis auf Weiteres allerdings geschlossen. Die Ermittlungsgruppe Lamm der Kriminalpolizei wurde schon im Dezember 2015 aufgelöst. Auch eine Belohnung von rund 25 000 Euro, die ein anonymer Privatmann ausgelobt hatte, führte nicht auf die Spur der Brandstifter.

Fakt ist, dass das Feuer in jener Nacht absichtlich herbeigeführt wurde. Völlig unklar ist aber, warum. Da die Ermittler keinen Täter ausfindig machen konnten, bleiben auch die Hintergründe im Dunkeln. Offiziell heißt es deshalb, dass es keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt. Dieser Verdacht war kurz nach dem Feuer aufgekommen, weil im Hinterhaus der Gaststätte rund 50 Flüchtlinge lebten. Auch heute noch wird dieser Gebäudeteil als Unterkunft genutzt.

Da laut den Behörden eine rechts motivierte Tat „im Raum stand“, übernahm der Staatsschutz den Fall, deutschlandweit stand der Remsecker Stadtteil im Fokus der Öffentlichkeit. Damals luden die Stadtverwaltung und der örtliche Arbeitskreis Asyl zu einer Mahnwache vor dem Gasthaus ein. Den Brandschaden schätzten die Behörden auf rund eine Viertelmillion Euro. Das Haus zeigt noch immer alle Feuerspuren und steht unverändert leer.




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