Brand in Stuttgart-Feuerbach Restaurant-Chefin steht nach Feuer vor dem Nichts
Mitte September hat es in der Feuerbacher Trattoria La Cantinella gebrannt. Die Polizei ermittelt noch – und die Pächterin weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Mitte September hat es in der Feuerbacher Trattoria La Cantinella gebrannt. Die Polizei ermittelt noch – und die Pächterin weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Die Tür und die Fenster der Trattoria La Cantinella sind mit Brettern verbarrikadiert. Innen sind nur noch die Grundmauern und das Fachwerk übrig. Die Pächterin Natalie Parise steht mitten im Raum und blickt auf das, was sie sich vor zweieinhalb Jahren mühsam aufgebaut hat. Ihr Restaurant ist Mitte September fast völlig ausgebrannt. Nun stehe sie vor dem Nichts, sagt sie – und hat Angst, dass es Brandstiftung gewesen sein könnte.
Vor rund drei Jahren kam Natalie Parise mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Stuttgart, um sich ihren Traum von einem eigenen Restaurant zu erfüllen. In Feuerbach an der Stuttgarter Straße sollte er mit der Trattoria La Cantinella Realität werden. In ihren Neuanfang in Deutschland habe sie alles investiert. Es sei hart gewesen am Anfang, denn sie habe im ersten Jahr noch die Nachwehen der Pandemie gespürt.
„Jetzt kann ich nicht schlafen vor Sorgen“, sagt sie. Denn von einem Tag auf den anderen war alles weg. Am Morgen des 17. September gingen gegen 2 Uhr bei der Feuerwehr mehrere Notrufe ein: Feuer im Lokal. Parise hatte es am Vortag geschlossen. „Ich war krank und die einzige Küchenkraft“, sagt sie. Doch über dem Restaurant sind mehrere Privatwohnungen. Die Bewohner hatten Glück, alle gelangten rechtzeitig über das Treppenhaus ins Freie. Die Einsatzkräfte konnten den Brand nach einer Stunde vollständig löschen. Laut der Stuttgarter Feuerwehr musste man die Wohnungen lediglich belüften, um den Rauch rauszubekommen. Danach hätten alle wieder nach Hause zurückgedurft. Das Restaurant dagegen brannte fast völlig aus, Bauarbeiter mussten laut Parise alles entkernen. „Nur die kleine Küche blieb verschont.“
Etwas das Natalie Parise besorgt, ist, dass Brandstiftung im Raum steht. Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium bestätigt ein Sprecher, dass die Kriminalpolizei deshalb noch immer ermittelt. Wie lange es noch dauern wird, könne er nicht sagen. Parise kann sich nicht vorstellen, weshalb jemand absichtlich Feuer gelegt haben soll. Aber: „Im Moment habe ich noch zu viel Angst, das Lokal noch einmal zu öffnen.“ Ihr Pachtvertrag läuft bis Ende Dezember, sagt sie. Weitermachen möchte sie eigentlich nicht. Doch im Gebäude wird eine Gaststätte bleiben. Der Verpächter teilt mit, „dass die Gaststätte wieder hergestellt wird und nach Fertigstellung auch so weiter verpachtet werden soll“.
Auch wirtschaftlich gehe es ihr und ihrer Familie aktuell schlecht, denn ihr Einkommen sei komplett weggebrochen, viele Kosten liefen weiter. Bisher habe der Verpächter, ein Gerlinger Bauunternehmer, darauf beharrt, dass sie die Pacht weiterzahle, obwohl sie die Immobilie nicht mehr als Restaurant nutzen könne. Daher habe sie sich an einen Anwalt gewandt, sagt sie. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt das Sekretariat des Bauunternehmers nun mit, „dass Frau Parise auf Grund der Nichtnutzbarkeit der Gaststätte keine Pacht an den Verpächter zahlen muss und dies auch nicht macht.“ Natalie Parise dagegen sagt, dass bislang auf die Zahlung bestanden worden sei.
„Ich weiß nicht, wann und ob ich etwas von der Versicherung erhalte“, sagt Parise. Ihr Mann habe zwar eine Anstellung, aber es reiche nicht. Aktuell sei sie daher auf Jobsuche – „gerne in der Gastronomie.“