Brandbrief der Spvgg Warmbronn Clubchef Alfred Thaler verschlägt es die Sprache

Der Spvgg-Vorsitzende Alfred Thaler hofft auf ehrenamtliches Engagement für den Verein im Vorstand. Foto: Andreas Gorr

Nach dem angekündigten Aus von zwei Vorstandsmitgliedern droht der Spvgg Warmbronn die Handlungsunfähigkeit – der Club sucht per Einwurfschreiben im Stadtteil Menschen, die sich engagieren wollen.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Lange schwebte der Termin 28. Februar wie ein Damoklesschwert über der Spvgg Warmbronn. An diesem Tag hatte der Club die Mitgliederversammlung terminiert, an dem auch Neuwahlen stattfinden werden. Was den Spvgg-Vorsitzenden Alfred Thaler dabei ganz besonders beschäftige, das war die bange Frage: Bekommen wir einen handlungsfähigen Vorstand zusammen?

 

Zwei aus dem vierköpfigen Gremium hatten angekündigt, nicht mehr zu kandidieren: Saskia Küsell, zuständig für Hallensportbetrieb und Öffentlichkeitsarbeit, kann ihr Amt wegen hoher beruflicher Belastung nicht mehr ausüben – die Frau verdient ihr Geld als selbstständige Unternehmensberaterin. Und Hansi Koslowski, der Finanzvorstand, muss sich wegen gesundheitlicher Probleme aus der Führungsriege zurückziehen. Christoph Schenk, Vorstand Sportanlagen, sowie Alfred Thaler treten zur Wiederwahl an.

„Der Engpass hat sich im Herbst herauskristallisiert“, erzählt Clubchef Thaler, „wir haben das Thema im Hauptausschuss präsentiert – leider hat sich niemand bereit erklärt.“ Ohne personellen Nachschub fürs Ehrenamt wäre der Verein wie ein Pianist ohne Klavier – hilflos und ohne Zukunft. Laut Satzung sind mindestens drei Vorstandsmitglieder nötig, um handlungsfähig zu sein. Da die Spvgg unaufhaltsam auf die Klippe 28. Februar zusteuerte, starteten Thaler und Kollegen eine nicht unbedingt verzweifelte, aber doch eine aus der Not geborene Aktion – in sämtliche Warmbronner Briefkästen wurde ein „dringender Aufruf zur Besetzung wichtiger Positionen im Vorstand der Spvgg“ geworfen, in dem der Sportverein sein Dilemma beschrieb und um Hilfe bat.

Ein Brief als letzte Option

„Dieser Brandbrief war die letzte Option“, bekennt Alfred Thaler, dem es einige Tage später so ziemlich die Sprache verschlagen hatte. Es meldete sich tatsächlich ein Mann und erklärte seine Bereitschaft, in der Chefetage der Spvgg mitzumischen – und dann auch noch in dem Amt, vor dem viele Ehrenamtler so viel Respekt haben wie vor der Steuerprüfung. Als Finanzvorstand. „Wir waren total überrascht“, erzählt der Vereinsboss, „damit hatten wir zugegebenermaßen nicht gerechnet.“ Den Namen will Thaler noch nicht nennen, nur so viel: Die Kinder des Mannes treiben Sport in der Spvgg.

Zwei Vorstandsmitglieder fehlen noch

Damit ist, wie man so sagt, die Kuh vom Eis, die Spvgg Warmbronn bleibt im Spiel. Aber noch sind zwei Posten unbesetzt. Einer für den Hallensportbetrieb, einer für Öffentlichkeitsarbeit, was Saskia Küsell in Personalunion erledigte. „Für den Sportbetrieb wird es nicht leicht, jemanden zu finden“, vermutet Thaler, „dafür muss man sich ein wenig auskennen und sollte Stallgeruch mitbringen.“ Die Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit sei dagegen überschaubar. Falls sich bis 28. Februar niemand findet, lässt Alfred Thaler mögliche Kandidaten schon wissen: „Man kann auch später noch einsteigen.“