Brandschutz Mehr Sicherheit für die S-Bahn

Die neuen Sicherheitstüren in den S-Bahn-Haltestellen sollen die Treppenhäuser bei einem Brand rauchfrei halten. Foto: Michael Steinert
Die neuen Sicherheitstüren in den S-Bahn-Haltestellen sollen die Treppenhäuser bei einem Brand rauchfrei halten. Foto: Michael Steinert

Die Bahn rüstet mit 30 Millionen Euro fünf unterirdische Stationen in Stuttgart nach. Vor allem soll der Brandschutz verbessert werden.  

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Stuttgart - S-Bahn-Fahrgäste müssen in Stuttgart auf den fünf unterirdischen Haltestellen seit einiger Zeit Baustellen passieren: An den Stationen Hauptbahnhof, Stadtmitte, Feuersee, und Schwabstraße bringt die Bahn AG den Brandschutz auf den neuesten Stand der Erkenntnisse. An den genannten Stationen werden bis Ende Mai an allen Ein- und Ausgängen automatische Brandschutztüren eingebaut. Um den S-Bahn-Betrieb nicht zu stören, wird nachts gearbeitet.

In der S-Bahn-Station Stadtmitte ist bereits deutlich zu sehen, wie das neue Sicherheitskonzept aussieht. Vor den Rolltreppen steht bereits eine neue Wand aus Glas und Aluminiumprofilen mit zwei großzügig verglasten doppelflügeligen Türen. "Wenn es in der Station oder im S-Bahn-Tunnel brennen sollte, dann schließen sich diese Sicherheitstüren automatisch", erklärt ein Bahn-Mitarbeiter. "Dadurch wird verhindert, dass sich das Treppenhaus ebenfalls mit Rauch füllt und die Flucht ins Freie behindert."

Durch die Trennwände werden die S-Bahnsteige vollkommen von den Treppenhäusern abgetrennt. Im Ernstfall sollen die geschlossenen Sicherheitstüren für die nach draußen strebenden Fahrgäste aber kein Hindernis darstellen. Bereits ein leichter Druck auf die breiten Griffleisten soll ausreichen, um die Türen rasch aufschwingen zu lassen. "Es genügt, dagegenzulaufen", erklärt die Projektleiterin Friederike Becker. Um diese maßgeschneiderten Sicherheitskonstruktionen zu entwickeln, hätten Brandschutzexperten Feuer in den Stationen simuliert.

Neue Brandmelde- und Sprechanlagen für fünf Stationen

Damit sich der Rauch im Brandfall in den Stationen weiter nach oben verziehen kann, werden auch die vorhandenen Lamellen-Decken gegen durchlässigere Konstruktionen ausgetauscht. "Dadurch können sich Fahrgäste auch bei stärkerer Rauchentwicklung etwas länger in einer Station aufhalten", so Becker. Außerdem erhalten die fünf Stationen auch noch neue Brandmelde- und Sprechanlagen. In den nächsten Jahren sollen noch zusätzliche Entrauchungsanlagen nachgerüstet werden, um den Qualm bei einem Brand ins Freie blasen zu können. "Das ist baulich allerdings sehr aufwendig", erklärte die Projektleiterin.

Vor dem Einbau der Sicherheitsheitstüren wurden bereits in allen Technikräumen der fünf unterirdischen Haltestellen neue Brandschutztüren und -klappen eingebaut. In allen Stationen wurde zudem die Zahl der Feuerlöscher erhöht sowie die Kennzeichnung der Fluchtwege erheblich verbessert. "Die Feuerlöscher sind jetzt viel besser zu sehen", heißt es bei der Bahn. Auch die Beleuchtung der Fluchtwege sei bereits erneuert worden.

Der Umbau der fünf unterirdischen Haltestellen in Stuttgart gehört zu einem deutschlandweiten Brandschutzkonzept, das die Bahn Schritt für Schritt bis 2015 umsetzen will. Allein in der Landeshauptstadt werden 30 Millionen Euro in zeitgemäße Sicherheitsstandards für die S-Bahn-Fahrgäste investiert.




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