Monatelang hielt eine mysteriöse Brandserie den Kreis Ludwigsburg in Atem, jetzt hat die Polizei einen 30-jährigen Handwerker aus dem Kreis Ludwigsburg als mutmaßlichen Brandstifter präsentiert. Das Motiv des Mannes sei jedoch noch völlig unklar.

Ludwigsburg  - Ein 30-jähriger Handwerker soll in den vergangenen Monaten für eine Brandserie im Kreis Ludwigsburg verantwortlich sein. Es bestehe dringender Tatverdacht, dass der Mann aus dem Kreis Ludwigsburg 13 Feuer gelegt habe, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Frank Rebmann, am Donnerstag in Ludwigsburg.

Der 30 Jahre alte Mann habe drei Taten bereits gestanden. Sein Motiv sei noch unklar, hieß es. Die Polizei habe ihn in der Nacht zu Mittwoch auf frischer Tat ertappt, als er ein Möbelhaus in Pforzheim anzünden wollte.

Seit vergangenen Herbst hatte die nächtliche Brandserie die Polizei in Atem gehalten. Der Gesamtschaden wird auf bis zu sieben Millionen Euro beziffert. Laut Staatsanwaltschaft muss der Verdächtige mit mindestens einem Jahr Haft pro Delikt rechnen.

30-Jähriger bereits polizeibekannt

Der Mann war Anfang März ins Visier der Ermittler geraten, nachdem er der Polizei einen Hinweis auf einen Benzindiebstahl gegeben hatte. Nach Angaben der Polizei hatte der Mann in der Vergangenheit mehrfach Straftaten verübt und wurde 2011 zu sechs Monaten Haft auf Bewährung wegen eines Einbruchs verurteilt.

Obwohl der 30-Jährige beim versuchten Brandanschlag in Pforzheim auf frischer Tat ertappt wurde, habe er diese Tat bisher nicht gestanden. Der Verdächtige wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt und sitzt nun in Heilbronn in Haft.

Die Brandserie hatte im Oktober vergangenen Jahres begonnen. In der Folge brannten im Landkreis Ludwigsburg immer wieder Autos der höheren Preisklasse. Von November bis Februar riss die Serie zunächst ab, Anfang März kam es dann zu Anschlägen auf drei Autohäuser in Bietigheim-Bissingen.

Die Ermittlungsgruppe „Logi“ wurde daraufhin auf 30 Beamte aufgestockt. Zwischenzeitlich seien sogar bis zu 100 Beamte in die Ermittlungen eingebunden gewesen, sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Roland Graf.

Ziel der Brandanschläge waren neben hochwertigen Autos unter anderem auch eine Lagerhalle und zwei Schulen in Bietigheim-Bissingen und in Besigheim. Als jüngster Anschlag der Serie gilt der Brand auf dem Gelände eines Autohauses in Asperg (Kreis Ludwigsburg), bei dem vier Autos im Gesamtwert von 260.000 Euro Feuer fingen . Da die Anschläge meist nach Mitternacht stattfanden, gab es nach Angaben der Polizei nur wenige Hinweise aus der Bevölkerung.

Der Verlauf der Brandserie im Kreis Ludwigsburg

Der Verlauf der Brandserie im Kreis Ludwigsburg

In der Nacht zum 15. Oktober 2012 gingen in einem Autohaus in Tamm zwei Mercedes in Flammen auf. In der gleichen Nacht brannten auch zwei BMW in Bietigheim-Bissingen. Gesamtschaden: 250.000 Euro.

In der Nacht zum 3. November 2012 gingen auf dem Gelände eines Asperger Autohauses mehrere BMW in Flammen auf. Schaden: 300.000 Euro.

Am 18. November 2012 wurde ein 140.000 Euro teurer Porsche beim Containerbahnhof Kornwestheim durch Brandstiftung zerstört. Sieben gebrauchte VW und Audi im Gesamtwert von 100.000 Euro wurden bei einem nahe gelegenen Autohaus in Brand gesetzt.

In der Nacht zum 3. März brannten in Bietigheim-Bissingen insgesamt sieben Autos. Gesamtschaden: 160.000 Euro.

In der Nacht zum 9. März brannte in Bietigheim-Bissingen eine Betriebshalle des Dentalprodukte-Herstellers Dürr nieder. Der Schaden: Drei bis fünf Millionen Euro. Kurz darauf brannten bei einem nur wenige Hundert Meter entfernten Autohaus drei Audis im Wert von etwa 100.000 Euro.

Am 12. März brach ein unbekannter Täter in die Realschule in Besigheim und ins Ellental-Gymnasium Bietigheim-Bissingen ein und legte jeweils in einem Raum Feuer. Der dabei angerichtete Sachschaden beläuft sich auf etwa 700.000 Euro.

Am 31. März gingen schließlich auf dem Gelände eines weiteren Autohauses in Asperg ein Lamborghini und vier Rangerover im Gesamtwert von rund 260.000 Euro in Flammen auf.