Brandserie in Unterensingen Kann eine Belohnung die Fälle klären?

Am Sonntag standen bei Unterensingen 200 Heuballen in Flammen. Foto: /SDMG/Maier

Seit Jahren halten sommerliche Brandserien die Feuerwehr und die Landwirte in Unterensingen in Atem. Der Bürgermeister Sieghart Friz hat nun die Belohnung deutlich aufgestockt.

Region: Corinna Meinke (com)

Die Gemeinde Unterensingen erhöht den Druck, der zur Ergreifung der mutmaßlichen Brandstifter führen soll. In den vergangenen Wochen hatte es auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auf Unterensinger Markung mehrfach gebrannt. Zuletzt gingen am vergangenen Sonntag 200 Heuballen in Flammen auf. Auch in den vergangenen Jahren kam es seit 2022 zu sommerlichen Brandserien. Nun hat die Kommune die ausgelobte Belohnung auf 5000 Euro erhöht.

 

Möglichst viele Menschen erreichen

„Ich habe das so entschieden“, erklärte der Bürgermeister Sieghart Friz und ergänzte, das sei gut angelegtes Geld, wenn die Belohnung zur Ergreifung des oder der Täter führe. Er wolle mit der Erhöhung auch ein Signal an die Bürgerschaft aussenden und zeigen „dass wir nicht untätig sind“. Bisher hatte die Belohnung 2000 Euro betragen. Der Betrag von 5000 Euro sei kein Klacks mehr und Friz hofft, dass der Betrag Wirkung zeigen wird. Die Information zur Belohnung soll auf der Homepage der Gemeinde und über das Mitteilungsblatt möglichst viele Menschen erreichen.

Das Thema Brände gehe der Bevölkerung auf die Nerven und verunsichere die Menschen mehr oder weniger, erläuterte der Bürgermeister. Und außerdem führe jeder Brand zu Einbußen bei den betroffenen Landwirten. Es handle sich um sehr bedauerliche Vorfälle. Der letzte Brand, bei dem insgesamt 90 Kräfte der eigenen Wehr und aus den umliegenden Nachbarorten tatkräftig im Einsatz waren, sei keine kleine Geschichte mehr, sondern es handle sich um den größten Brand in einer ganzen Reihe. Ein Polizeisprecher bezifferte den Schaden inzwischen auf 30 000 Euro.

Sieghart Friz hob den tatkräftigen Einsatz der Wehren und Rettungskräfte am vergangenen Sonntag hervor, bedankte sich dafür und sprach von einer stressigen Nacht für alle Beteiligten.

Im Schutz der Dämmerung

Es sei auffällig, dass die meisten Feuer im Schutz der Dämmerung, spätabends oder mitten in der Nacht entdeckt würden. Das erhöhe die Belastung für die freiwillige Feuerwehr und führe bei allen Beteiligten zu körperlichen und mentalen Belastungen.

In diesem Sommer begannen die Brände in Unterensingen mit zwei Feuern im Juli, außerdem brannte es auf der Markung am 24. August als am Nachmittag ein Feuer auf einer 150 Quadratmeter großen Freifläche entdeckt worden und einige Zeit später auf einem kleineren Areal. Die Brandursache in allen genannten Fällen ist bisher noch unbekannt und aus ermittlungstaktischen Gründen hält sich die Polizei bei der Frage nach Details bedeckt. „Wir prüfen mit aller Intensität, ob es tatsächlich Brandstiftung war. Wir haben den Verdacht, weil es in letzter Zeit häufiger in dem Bereich brannte“, erklärte dazu Martin Raff von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Reutlingen. Es bestehe eine zeitliche und örtliche Nähe zwischen mehreren Feuern, da liege dieser Verdacht nahe.

„Alle Streifendienste wissen Bescheid und fahren weiterhin verstärkt Streife“, ergänzte Raff. Während die Akten im Fall der Brandserien von 2022 an die Staatsanwaltschaft Stuttgart abgegeben worden seien, handle es sich bei den Feuern aus dem vergangenen Jahr um noch nicht abgeschlossene Fälle. Die Suche nach Gemeinsamkeiten mit den aktuellen Bränden gehöre zu den polizeilichen Standardmaßnahmen. Im vergangenen Jahr brannte es am 16. Juli nachmittags auf einem Wiesenstück, zwei Stunden später schloss sich ein weiterer kleiner Wiesenbrand an, am späten Abend gab es zwei weitere Feuer einige Straßen weiter sowie einen Brand kurz nach Mitternacht etwa 200 Meter weiter am Radweg in Richtung Nürtingen.

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