Brandserie Ludwigsburg Feuerteufel muss neun Jahre ins Gefängnis

Der Serienbrandstifter vor Gericht. Foto: dpa
Der Serienbrandstifter vor Gericht. Foto: dpa

Der 30 Jahre alte Serienbrandstifter, der in einem Zeitraum von fast eineinhalb Jahren 16 Brände im Kreis Ludwigsburg und Karlsruhe angezündet hatte, ist nun zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Bei seinen Taten war ein Gesamtsachschaden von mehr als zwölf Millionen Euro entstanden.

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Der 30 Jahre alte Serienbrandstifter, der in einem Zeitraum von fast eineinhalb Jahren 16 Brände im Kreis Ludwigsburg und Karlsruhe angezündet hatte, ist nun zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Bei seinen Taten war ein Gesamtsachschaden von mehr als zwölf Millionen Euro entstanden.

Heilbronn - Ein ehemaliger Feuerwehrmann ist wegen wiederholter Brandstiftung an teuren Autos und Gebäuden zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Über fast anderthalb Jahre hätte der heute 30-Jährige 16 Brände gelegt und es ein weiteres Mal versucht, urteilten die Richter am Freitag am Heilbronner Landgericht. Dabei sei ein außergewöhnlich hoher Schaden von insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro entstanden.

Die verhängte Strafe sei das Mindestmaß dessen, was vertretbar sei, sagte der Vorsitzende Richter. Mit dem Urteil schloss sich die Kammer dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß an. Die Verteidigerin hatte eine mildere Strafe gefordert.

Die Taten hätten die Urängste der Menschen geweckt, sagte der Richter. Als ehemaliger Feuerwehrmann hätte der Angeklagte wissen müssen, was er anrichtete, begründete er die Entscheidung.

Für die Brände, mit denen der Mann in den Landkreisen Karlsruhe und Ludwigsburg Unruhe stiftete, nutzte er fast immer Grillanzünder. Diese platzierte er zum Beispiel auf Autoreifen oder entzündete damit Papierkisten. Um sicherzugehen, dass seine Ziele auch brannten, blieb der Mann einige Zeit vor Ort.

"Wir haben einen Täter, aber wir haben kein Motiv"

Offen bleibe die Frage nach dem „Warum“, sagte der Richter. „Wir haben einen Täter, aber wir haben kein Motiv.“ Er könne nur Vermutungen anstellen. Vielleicht habe der 30-Jährige im Mittelpunkt stehen oder Beachtung finden wollen. Es könne aber auch Frustration gewesen sein. Wahrscheinlich wisse der Mann es selbst nicht.

Ein typischer Brandstifter, ein Pyromane, sei er aber nicht, denn es sei ihm nicht um die Freude am Feuer gegangen. Dennoch sei der angerichtete finanzielle Schaden außergewöhnlich hoch. Das Leid und die Aufregung für die Betroffenen seien in Geld gar nicht messbar.

Der gelernte Müller war einsichtig und bekannte sich im Prozess zu seinem Unrecht und den Taten. Dieses Verhalten habe ihm mehrere Jahre erspart, sagte der Vorsitzende Richter. Viele Taten hätten nur durch seine Aussage aufgeklärt werden können. Natürlich habe das Gericht auch berücksichtigt, dass kein Mensch zu Schaden gekommen sei.

Trotzdem könne der Mann froh sein - seine Strafe hätte auch „ein gutes Stück über zehn Jahren“ liegen können, betonte der Richter. Zumal der Mann schon früher strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Seine Rückfallgeschwindigkeit sei enorm.

 




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