Brandstiftung am Waiblinger Bürgerzentrum Festnahme nach Großbrand

Von Harald Beck 

Schneller Ermittlungserfolg: Am Tag nach dem verheerenden Feuer im Waiblinger Bürgerzentrum hat die Kripo einen 22-Jährigen Deutschen unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Die Löscharbeiten beim Brand im Waiblinger Bürgerzentrum gestalteten sich als schwierig. Foto: 7aktuell.de/Sven Adomat 32 Bilder
Die Löscharbeiten beim Brand im Waiblinger Bürgerzentrum gestalteten sich als schwierig. Foto: 7aktuell.de/Sven Adomat

Waiblingen - Ein 22-jähriger, in Waiblingen wohnender Deutscher ist am Tag nach dem Großbrand im Bürgerzentrum der Stadt von der Waiblinger Kriminalpolizei unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Er soll den Brand, bei dem ein noch nicht näher einzugrenzender Millionenschaden entstanden ist und Teile des Waiblinger Bürgerzentrums (Büze) zerstört wurden, vorsätzlich gelegt haben.

Auslöser des Brandes waren brennende Abfallcontainer am Lieferanteneingang des gut 30 Jahre alten Kulturzentrums in der Talaue an der Rems gewesen. Das gegen 1.30 Uhr gemeldete Feuer hatte in der Nacht zum Dienstag schnell auf das Dach des Bürgerzentrums übergegriffen und sich dort unter dem Kupferdach großflächig ausgebreitet. Die schwierigen Löscharbeiten, an denen die Feuerwehren aus Waiblingen, Fellbach und Weinstadt mit zeitweise mehr als 100 Einsatzkräften beteiligt waren und zunächst das Kupferdach auftrennen mussten, hatten sich bis Dienstagnachmittag hingezogen.

Pressekonferenz zum Ermittlungserfolg

Umfangreiche und intensive Ermittlungen haben laut dem Polizeipressesprecher Ronald Krötz zu einem schnellen Erfolg geführt und die Polizei auf die Spur des am Mittwochnachmittag festgenommenen 22-jährigen Waiblingers gebracht. Anderen Quellen zufolge sollen zum schnellen Ermittlungserfolg vor allem auch Videoaufnahmen beigetragen haben. Näheres zu den Umständen der Festnahme und den Ergebnissen der Ermittlungen will die Polizei an diesem Donnerstag in einem Pressegespräch in der Waiblinger Kriminalpolizeidirektion vorlegen und ausführlich erläutern.

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„Das ist ein richtiger Unglücksfall für die Stadt. Eine wichtige Veranstaltungsfläche wird für die nächste Zeit nicht zur Verfügung stehen“, so hatte der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky die Situation am Tag des Großbrandes beschrieben. Immerhin sei es ein Lichtblick, dass am zweiten Tag nach dem Brand ein Teil des Gebäudes wieder „unter Strom gesetzt“ werden konnte, fügte er tags darauf hinzu – in den Verwaltungsräumen, der Hausmeisterwohnung, der teils unter Wasser gesetzten Tiefgarage sowie im Restaurant Remsstuben. Daran, dass der Veranstaltungsbetrieb voraussichtlich bis Jahresende ausfällt, ändert dies allerdings nichts.

Was Schadensumfang und Zeitperspektive für den Wiederaufbau angeht, sagt Hesky: „Nach den Osterferien wissen wir mehr.“ Klar sei, dass „Teile des Gebäudes­ abgerissen und neu gebaut werden müssen“. Momentan gehe es neben der Schadensanalyse vor allem darum, den Veranstaltungsbetrieb so weit wie möglich in andere Hallen zu verlegen. Einige Veranstaltungen seien bereits in die Fellbacher Schwabenlandhalle ausgelagert worden. Hesky: „Ich bin optimistisch, dass wir unseren Kunden Alternativen bieten können.“

Möglichst viele Veranstaltungen sollen andernorts stattfinden

Nachbarkommunen hätten spontan ihre Unterstützung angeboten, sagt Hesky, und wollten versuchen, für die Waiblinger Veranstaltungen mit den eigenen Kultur- und Spielstätten auszuhelfen. Ein aktueller Termin ist dabei schon geklärt: Die Bürgerinformation zum neuen Medizinkonzept der Rems-Murr-Kliniken an diesem Donnerstag, die im Welfensaal hätte stattfinden sollen, wird nun in die Fellbacher Schwabenlandhalle verlegt.

Telefonhotline: 0 71 51/50 01-26 50 oder 26 48

Mit Blick auf den Wiederaufbau des Bürgerzentrums gibt es ein Spendenkonto, dessen Daten auf der städtischen Internetseite zu finden sind.