Nach dem Feuer im März sind an den Schulen im Ellental nun erneut zwei Brände gelegt worden.

Bietigheim-Bissingen - Genau an der gleichen Stelle wie im März haben Unbekannte in den vergangenen Tagen gleich zwei Mal gezündelt. In der Nacht auf Mittwoch wurden am Eingang der Ellentalgymnasien Kartonagen in Brand gesetzt, die wegen der Sanierungsarbeiten nach dem Feuer im Frühjahr dort abgestellt worden waren. Einige Tage zuvor waren laut Polizei bereits verkokelte Kartons an dieser Stelle entdeckt worden. Einen Zusammenhang mit dem noch nicht aufgeklärten Brand im März sieht die Polizei aber nicht.

 

Bei dem Feuer in der Nacht auf Mittwoch sind mehrere Fenster des Schulgebäudes beschädigt worden. Die Flammen erloschen allerdings von selbst, der Schaden von rund 20 000 Euro wurde erst tags darauf entdeckt. Die Vorfälle versetzen die Stadt in erhöhte Alarmbereitschaft: Die Hausmeister kontrollierten die Schulen nun verstärkt, teilt Ina Neudert, Sprecherin der Stadt, mit. Zwar würden keine zusätzlichen Polizeistreifen mehr eingesetzt, wie das im März der Fall war. „Aber wir haben ein Auge auf die Sache“, so Neudert.

Polizei sieht keine Verbindung zum Brand im März

Die Polizei geht derzeit nicht von einem Zusammenhang der jüngsten Taten mit der Brandstiftung im März aus. „Wir glauben, dass die damaligen Schulbrände auch auf das Konto des Affalterbacher Brandstifters gehen“, sagt Tatjana Wimmer, Sprecherin der Polizeidirektion Ludwigsburg – auch wenn der diese Taten bislang nicht zugegeben habe.

Der 30-Jährige, der einst eine Weile bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv gewesen war, war im April gefasst worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er hat inzwischen gestanden, für eine beispiellose Brandserie in Autohäusern im Landkreis Ludwigsburg verantwortlich zu sein, bei der ein Schaden von geschätzten sieben Millionen Euro entstand. Zwischen Oktober 2012 und April 2013 gingen mindestens 31 Autos – meist sehr hochwertige Fabrikate – sowie eine Fabrikhalle in Bietigheim-Bissingen in Flammen auf.

Offenbar Jugendliche an Tatort gesehen

Damals war auch in den Ellentalgymnasien Feuer gelegt worden. Ein Oberstufenraum brannte komplett aus, einige Tage lang konnte der Unterricht nur eingeschränkt stattfinden. Der Schaden wurde auf rund 100 000 Euro geschätzt – wie hoch er tatsächlich ist, kann die Stadt noch nicht sagen. In der gleichen Nacht war die Schulküche in der Besigheimer Maximilian-Lutz-Realschule in Brand gesetzt worden. Auch dort ging man von einem Schaden von rund 100 000 Euro aus.

Bei der Zündelei an den Kartons vor einigen Tagen seien Jugendliche in der Nähe beobachtet worden, teilt Wimmer mit. Daher könne es sich eventuell um einen Dumme-Jungen-Streich handeln. „Aber das wissen wir noch nicht“, so die Sprecherin.