Brandstiftung in der Stuttgarter Sternwarte Astronomen bangen um ihre Geräte

Der  Vortragssaal und die  Bibliothek der Sternwarte auf der Uhlandshöhe sind zerstört. Schäden an optischen Geräten sind nicht ausgeschlossen. Foto: Sternwarte Schwaben e.V.
Der Vortragssaal und die Bibliothek der Sternwarte auf der Uhlandshöhe sind zerstört. Schäden an optischen Geräten sind nicht ausgeschlossen. Foto: Sternwarte Schwaben e.V.

Beim Brand in der Stuttgarter Sternwarte hat die Kripo keinen Hinweis auf einen technischen Defekt entdeckt. Vielmehr gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Die Mitglieder des Vereins Sternwarte Schwaben bangen nun um ihre astronomischen Geräte.

Lokales: Christine Bilger (ceb)
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Stuttgart - Bei der Suche nach der Ursache eines Brandes in der Stuttgarter Sternwarte gehen die Ermittler davon aus, dass jemand das Feuer absichtlich gelegt hatte. Die Experten der Kriminalpolizei haben nach dem Brand auf der Uhlandshöhe am Dienstag die Räume untersucht. Dabei entdeckten sie keinen Hinweis darauf, dass ein technischer Defekt das Feuer verursacht haben könnte. Auch sei es an einer Stelle ausgebrochen, wo kein Papierkorb oder ähnliches stehe, was auch auf eine absichtliche Brandstiftung hindeute, sagte ein Sprecher der Polizei.

Selbst das Geschirr in der Teeküche muss entsorgt werden

Die Bibliothek brannte aus. Foto: Sternwarte Schwaben e.V.
Bei dem Brand am Dienstag war in der Sternwarte an der Straße Zur Uhlandshöhe ein Vortragsraum und die Bibliothek ausgebrannt. Die giftigen Rauchgase breiteten sich im ganzen Gebäude aus, so dass die Mitglieder des Vereins Sternwarte Schwaben auch um ihre astronomischen Geräte bangen. „Über allem liegt ein Grauschleier“, sagt Andreas Eberle, der Vorsitzende. Was genau beschädigt sei, könne man noch nicht sagen. „Wir hatten jetzt noch keinen Gutachter da. Aber was wir schon von den Sachverständigen erfahren haben, ist erschreckend“, sagt der Vorsitzende. Es gebe einen Nebenraum, der als Teeküche genutzt werde. „Der Experte hat uns geraten, das Besteck und Geschirr zu entsorgen, weil die giftigen Rauchgase durch kleinste Poren in das Material eindringen würden. Da bringt Spülen nichts mehr.“ Der Verein hoffe, dass der Schaden „im fünfstelligen Bereich“ bleibe. Was die Astronomen aber noch mehr erschreckt als das Ausmaß der Zerstörung, ist die Tatsache, dass in ihren Räumen ein Brandstifter war. „Wir sind ein friedliches Völkchen und dachten nicht, dass wir Feinde haben“, sagt Eberle.

Die Kripo geht davon aus, dass der Brandstifter zwischen 22 und 6 Uhr in das Gebäude eingedrungen sein muss. Die Kriminaltechniker werten zurzeit noch die Spuren aus. Wie der Täter ins Gebäude kam, ist noch nicht geklärt. Das Feuer war am frühen Morgen ausgebrochen, gegen 7.30 Uhr hatten Passanten den Rauch aus einer Lüftungsanlage aufsteigen sehen und verständigten Polizei und Feuerwehr.

Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 89 90-57 78 bei der Kriminalpolizei zu melden.




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